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Pentagon lässt Leistungsfähigkeit von Frauen im Kampfeinsatz untersuchen – Hegseth setzt auf strenge Anforderungen

Pete Hegseth
noamgalai / Shutterstock.com

Noch bevor sie begonnen hat, sorgt eine geplante Untersuchung des US-Verteidigungsministeriums für heftige Reaktionen. Innerhalb der Streitkräfte und in der Politik wird darüber gestritten, was sie klären soll – und welches Signal sie sendet.

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Nach Angaben von NPR, über die T-Online berichtet, gibt es vor allem in Eliteeinheiten wie den US-Marines Widerstand gegen Frauen in Kampfeinsätzen. Kritiker führen dabei Unterschiede bei Tempo, Effektivität und Verletzungsrisiken an.

Beobachter sehen in der neuen Untersuchung ein weiteres Zeichen dafür, wie tief der Konflikt über Leistungsstandards im US-Militär verankert ist.

Auftrag und Rahmen

Formell geht es um eine statistische Analyse zur Beteiligung von Frauen an Kampfeinsätzen. Das Pentagon hat das Institut für Verteidigungsanalysen (IDA), eine unabhängige Forschungseinrichtung, mit der Untersuchung beauftragt. Sie soll sich über etwa sechs Monate erstrecken.

Armee und Marineinfanterie wurden laut NPR angewiesen, Daten zu Ausbildung, Einsatzbereitschaft und Leistungswerten zu liefern. Die Ergebnisse könnten Auswirkungen auf Auswahlverfahren und Einsatzregeln haben.

Offizielle Begründung

Wie T-Online unter Berufung auf NPR berichtet, sagte Pentagon-Sprecherin Kingsley Wilson, Ziel sei es, „dass das Niveau eingehalten wird und die Vereinigten Staaten über die schlagkräftigste Armee verfügen“.

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Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte: „Wir wollen nur noch solche Soldaten zulassen, die den höchsten Anforderungen für Männer genügen.“
Er fügte hinzu: „Wenn das bedeutet, dass sich keine Frauen für bestimmte Kampfeinsätze qualifizieren, dann ist das eben so.“

Diese Formulierung steht im Kontext einer länger geführten Debatte über Leistungsstandards im Militär. Zwar gelten diese offiziell als geschlechtsneutral, ihre praktische Auslegung ist jedoch politisch umstritten.

Frühere Erkenntnisse

Bereits zwischen 2018 und 2023 hatte das US-Militär eine umfassende Untersuchung zu Frauen in Bodenkampfeinheiten durchgeführt. Wie NPR berichtet, kam diese Studie zu dem Ergebnis, dass Frauen dort leistungsfähig seien und in einzelnen Bereichen sogar bessere Resultate erzielten als männliche Soldaten.

Die Gleichstellungsbeauftragte der US-Armee, Kris Fuhr, bezeichnete die neue Untersuchung deshalb als „Lösung für ein Problem, das es gar nicht gibt“. Aus ihrer Sicht lägen ausreichend belastbare Daten vor.

Politische Zuspitzung

Die erneute Prüfung fällt in eine Phase deutlicher politischer Neuorientierung im Pentagon. Seit dem Amtsantritt von Verteidigungsminister Pete Hegseth und einem entsprechenden Erlass von Präsident Donald Trump firmiert das Haus wieder als „Kriegsministerium“.

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Hegseth hatte im September 2025 angekündigt, mit früheren Gleichstellungsansätzen zu brechen. Er erklärte, die „Ära der Rücksichtnahme auf jedermanns Gefühle“ sei beendet, und sprach davon, Strukturen zu beseitigen, die er als „toxischen Müll“ bezeichnete.

Offene Folgen

Frauenrechtsorganisationen wie die National Organization for Women (NOW) reagierten mit scharfer Kritik und forderten Hegseths Rücktritt. Innerhalb des Militärs bleibt unklar, ob die Studie zu mehr Klarheit oder zu weiterer Polarisierung führen wird.

Ungewöhnlich ist vor allem, wie stark politische Deutungen die Untersuchung schon vor ihrem Abschluss begleiten. Ihr Ergebnis dürfte nicht nur militärische Karrieren beeinflussen, sondern auch die internationale Wahrnehmung der US-Streitkräfte.

Quellen: T-Online, NPR

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