Das 21. Sanktionspaket stieß auf Widerstand Griechenlands, doch die Diplomaten einigten sich auf eine Ausnahme bezüglich des Streitpunkts.
Nach sechs Wochen politischer und diplomatischer Diskussionen haben die Botschafter der Europäischen Union endlich eine politische Einigung über das neue, 21. Sanktionspaket gegen Russland erzielt, wie Reuters und AFP berichten.
Technische Details werden derzeit finalisiert, bevor das offizielle Annahmeverfahren beginnt.
Die neuen Maßnahmen zielen darauf ab, Moskaus Finanzsystem in einem anfälligen Moment unter Druck zu setzen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen merkte an, dass die Bemühungen die wirtschaftliche Grundlage der russischen Kriegsmaschine ins Visier nähmen.
„Wir fügen unserer Liste für Transaktionsverbote 32 weitere russische Banken hinzu“, schrieb von der Leyen auf X. Sie fügte hinzu: „Ebenso Kryptowährungsunternehmen und Ölhandelsplattformen.“
Entscheidend ist, dass die Vereinbarung eine neue Phase der Durchsetzung einläutet. „Zum ersten Mal nehmen wir Schiffe ins Visier, die Russlands Schattenflotte unterstützen“, erklärte von der Leyen.
Verhandlungen mit Athen
Alle Mitgliedstaaten ins Boot zu holen, erforderte erhebliche Kompromisse. Griechenland erwies sich laut Reuters als der Hauptstreitpunkt während der Verhandlungen.
Athen besitzt einen massiven Anteil an der globalen Schifffahrtsflotte. Griechische Beamte befürchteten, dass strenge Beschränkungen für den Transfer von Flüssigerdgas lukrative Geschäfte einfach an ausländische Konkurrenten abdrängen würden.
Um Athen zu gewinnen, arbeiteten Diplomaten wichtige Ausnahmen heraus. Das Paket umfasst eine einjährige Ausnahme, die russische Gastransfers in Drittländer erlaubt, komplett mit automatischer Verlängerung.
„Die Mitgliedstaaten zeigten Solidarität mit Griechenland, und it wird erwartet, dass Griechenland in Zukunft dasselbe mit anderen tun wird“, sagte ein EU-Diplomat Reportern, wie Reuters berichtete.
Einfrieren der Preisobergrenzen
Die Vereinbarung passt auch die Regeln für russische Rohölexporte an. Die Gesandten beschlossen, die russische Ölpreisobergrenze für zwölf Monate auf ihrem aktuellen Niveau von 44,10 US-Dollar pro Barrel einzufrieren.
Die Europäische Kommission wollte ursprünglich eine sechsmonatige Beibehaltung. Doch die Botschafter entschieden sich für einen längeren Zeitraum.
Von der Leyen erläuterte die Strategie hinter dem verlängerten Zeitrahmen: „Wir frieren die Anpassung der Ölpreisobergrenze für ein Jahr ein, damit die russische Kriegsmaschine nicht von Marktschocks profitiert“, postete sie.
