Startseite Politik Streit um Grönland spitzt sich weiter zu: Hundeschlitten-Absage und Trumps...

Streit um Grönland spitzt sich weiter zu: Hundeschlitten-Absage und Trumps Nobelpreis-Kritik

Donald Trump, Greenland
Shutterstock.com

Die Auseinandersetzung um Grönland gewinnt weiter an Schärfe. Innerhalb kurzer Zeit verdichteten sich politische Botschaften, symbolische Entscheidungen und wirtschaftliche Drohungen, die den Konflikt zwischen den USA und europäischen Verbündeten auf eine neue Ebene heben.

Gerade lesen andere

In der grönländischen Hauptstadt Nuuk kam es zu einer Entscheidung mit hohem Symbolwert. Die nationale Hundeschlittenföderation KNQK erklärte, dass der neue US-Sondergesandte für Grönland, Jeff Landry, nicht mehr zum jährlichen Hundeschlittenrennen eingeladen sei, wie The Straits Times unter Berufung auf AFP berichtet.

Nach Angaben der Föderation war die Einladung von einem privaten Tourismusunternehmen ausgesprochen worden, das sie später zurückgezogen habe. Auf Facebook erklärte KNQK dazu: „Das ist beruhigend.“

Wie The Straits Times berichtet, hatte der Verband die Einladung zuvor als „völlig unangebracht“ bezeichnet.

Scharfe Worte

Zeitgleich eskalierte der Ton auf politischer Ebene. NRK berichtet über eine Nachricht von US-Präsident Donald Trump an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre, die Trump auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte.

Trump brachte in der Nachricht zum Ausdruck, dass er sich von Norwegen unfair behandelt fühle, weil er für seine Rolle bei der Beendigung mehrerer internationaler Konflikte nicht mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden sei.

Lesen Sie auch

Vor diesem Hintergrund erklärte er, sich nicht länger ausschließlich an friedenspolitischen Erwägungen gebunden zu sehen, sondern stärker danach zu handeln, was er als richtig für die USA betrachte.

Zudem stellte Trump Dänemarks Anspruch auf Grönland infrage, verwies auf aus seiner Sicht unzureichende Sicherheitsvorkehrungen gegenüber Russland und China und machte deutlich, dass er eine vollständige US-Kontrolle über die Insel für notwendig halte.

Støre bestätigte, dass er die Nachricht erhalten habe.

Wie NRK berichtet, stellte der norwegische Regierungschef klar, dass Norwegen Grönland weiterhin als Teil des Königreichs Dänemark betrachte. Zudem verwies er darauf, dass nicht die norwegische Regierung, sondern ein unabhängiges Komitee über die Vergabe des Friedensnobelpreises entscheidet.

Wirtschaftlicher Druck

Neben politischen Botschaften setzt Trump auch auf ökonomischen Druck. Wie n-tv berichtet, warf der US-Präsident Dänemark erneut vor, Grönland nicht ausreichend vor russischem Einfluss zu schützen. Auf Truth Social erklärte er, nun sei die Zeit gekommen, „und es wird erledigt werden“.

Lesen Sie auch

Konkrete Schritte nannte Trump nicht. Nach Angaben von n-tv beraten die EU-Staaten jedoch über mögliche Gegenmaßnahmen. Im Gespräch sind Zölle auf US-Waren im Umfang von bis zu 93 Milliarden Euro.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte dazu: „Europa lässt sich nicht erpressen.“ Dänemark und Grönland betonen weiterhin, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe. Mehrere Nato-Partner haben diese Haltung öffentlich unterstützt.

Quellen: AFP, n-tv. NRK, The Straits Times