Trumps ausweichende Antwort ist der jüngste Fall, in dem er mit einer Übernahme der bevorstehenden Wahl droht.
Das amerikanische Wahlsystem basiert seit der Verabschiedung der Verfassung im Jahr 1787 auf denselben Grundpfeilern.
Die Verfassung wurde zwar mehrfach ratifiziert, doch nun droht sie außer Kraft gesetzt zu werden, und der übliche Ablauf der Wahl im November ist in der Schwebe.
Der Präsident steht im Mittelpunkt all dessen, weil er ein Gesetz durchsetzen will, das es Amerikanern erschwert, ihre Stimme abzugeben.
Ein kühner Vorschlag
Moderator Wayne Allyn Root unterbreitete in seiner rechtskonservativen Fernsehsendung „Real America’s Voice“ eine kontroverse Idee. Sein Gast war Präsident Donald Trump. Während des Interviews ermutigte Root Trump, die Gesetzgeber zu umgehen, da der Senat den „SAVE America Act“ nicht verabschieden konnte, ein Gesetz, das die Wählerregistrierung und die Wahlregeln ändern würde.
Laut dem Moderator könnte Trump einfach vor der Wahl einen nationalen Notstand ausrufen, um den gescheiterten Vorschlag zu umgehen.
„Wenn sie den SAVE America Act niemals verabschiedet bekommen, haben Sie das Recht, einen nationalen Sicherheitsnotstand für Wahlen auszurufen“, sagte Root. Er fügte hinzu: „Wenn Sie als Präsident der Vereinigten Staaten einen nationalen Sicherheitsnotstand ausrufen, können sie ihn nicht anfechten. Er kann nur durch eine Zweidrittelmehrheit beider Kammern des Kongresses aufgehoben werden. Wenn Sie dies also im nächsten Monat tun, werden wir einen Lichtbildausweis, einen Staatsbürgerschaftsnachweis (für die Wählerregistrierung) und eine Einschränkung der Briefwahl erhalten.“
Trump lehnte den Vorschlag nicht ab. Stattdessen gab er eine ausweichende Antwort, die die Option offenließ.
„Lassen Sie mich nur sagen, dass schon seltsamere Dinge passiert sind, okay?“, sagte Trump. „Dabei belasse ich es.“
Wachsender Druck von Trump
Die ausweichende Antwort von Trump wird von Kritikern als Beweis dafür gesehen, dass die Republikaner mehr Einfluss auf bevorstehende Wahlen nehmen wollen, insbesondere in demokratischen Staaten. Sie verweisen darauf, wie die Trump-Regierung auf verschiedene Weise versucht, die Stimmabgabe neu zu gestalten.
Wie hier berichtet wurde, droht die Regierung, dem US Postal Service die Zustellung von Briefwahlzetteln für Staaten zu untersagen, die sich weigern, ihre Wählerlisten an die Bundesregierung zu übergeben. Dies ist eine Forderung, die selbst Staaten mit republikanischer Mehrheit aufgrund von Datenschutzbedenken abgelehnt haben.
Bundesgerichte haben die Anordnung der Exekutive blockiert.
Hohe rechtliche Hürden
Der ehemalige Rechtsberater des Weißen Hauses, Ty Cobb, deutete an, dass Trumps jüngste Äußerungen zur Wahl als Grundlage für die Ausrufung eines Notstands dienten.
Dennoch würde ein solcher Schritt auf enorme rechtliche Hürden stoßen.
Wie CNN berichtete, weist die US-Verfassung die Wahlhoheit den Bundesstaaten zu, nicht dem Präsidenten. Experten bezweifeln weiterhin, dass Richter eine Übernahme durch den Bund zulassen würden.
