Nach einem Treffen im Weißen Haus am Dienstag sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Trump zugestimmt habe, der Ukraine die Lizenz zur Produktion von Patriot-Raketen zu erteilen.
Präsident Donald Trump hat Zweifel an einem wichtigen Verteidigungsabkommen mit der Ukraine geäußert.
In einem Interview mit der Financial Times sagte Trump, Washington habe noch nicht entschieden, ob Kiew eigene Patriot-Abfangraketen bauen dürfe.
Der amerikanische Staatschef wich von früheren Erwartungen ab und erklärte, dass seine Regierung die Optionen noch abwäge.
„Es ist eine sehr außergewöhnliche Waffe, und … wir müssen ein bisschen vorsichtig sein, wem wir Lizenzen erteilen. Wir lizenzieren Ausrüstung eigentlich nicht“, fügte der US-Präsident hinzu.
Widersprüchliche Berichte über das Treffen
Diese Äußerungen kamen nur wenige Tage nach einem hochrangigen Treffen im Weißen Haus am Dienstag ans Licht. Hinter verschlossenen Türen traf sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Trump, um gemeinsame Verteidigungsstrategien zu erarbeiten.
Selenskyj zeichnete nach dem Gespräch ein sehr positives Bild. Er behauptete, der US-Präsident habe die Idee der Erteilung der notwendigen Herstellungslizenzen akzeptiert.
Dieser optimistische Ton entsprach früheren Signalen vom NATO-Gipfel in der Türkei Anfang Juli. Damals schloss der US-Präsident die Möglichkeit nicht aus, die Ukraine eigene Patriot-Fabriken betreiben zu lassen.
Sicherung des Luftraums
Patriot-Systeme bleiben entscheidend für den Schutz unschuldiger Menschen in der gesamten Ukraine. Die fortschrittlichen Batterien fangen ankommende russische ballistische Raketen ab, die auf Kiew und andere große zivile Zentren abzielen.
Verteidigungsbemühungen erfordern Schnelligkeit. Daher traf sich Selenskyj am 28. Juli mit Führungskräften von Lockheed Martin, um über Technologieaustausch und gemeinsame Fertigungsoperationen zu sprechen.
Nun steht dieser ehrgeizige Plan vor einem Hindernis. Die plötzlichen widersprüchlichen Botschaften aus Washington lassen die Rüstungsunternehmen im Ungewissen.
Fokusverschiebung
Das Weiße Haus scheint sich von der langfristigen Waffenherstellung abzuwenden. Laut der Financial Times bevorzugt die US-Regierung sofortige diplomatische Lösungen gegenüber neuen Fabrikverträgen.
„Kurz gesagt, wir wollen den Krieg in der Ukraine mit Russland beenden“, erklärte Trump. „Ich suche keine Raketen. Wir suchen Frieden.“
Um diese diplomatischen Bemühungen voranzutreiben, packt eine neue amerikanische Delegation ihre Koffer. Trumps Gesandte, sein Schwiegersohn Jared Kushner und Steve Witkoff, werden in den kommenden Tagen die Ukraine zu ihrer ersten offiziellen Reise in das vom Krieg zerrüttete Land besuchen.