CSU-Bürgermeister zu Haft verurteilt: Betrug mit Corona-Hilfen

Geschrieben von Olivia Rosenberg

19 Wochen vor

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12/01/2024
Foto: Shutterstock
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CSU-Bürgermeister muss ins Gefängnis.

Markus Berktold, der CSU-Bürgermeister der Gemeinde Seeg im Ostallgäu, wurde zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. 

Das Landgericht Nürnberg-Fürth sprach ihn wegen gemeinschaftlichen Betrugs, Untreue und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz für schuldig.

Berktold und ein mitangeklagter Pflegedienstleiter wurden beschuldigt, unrechtmäßig Leistungen in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro aus dem Pflegerettungsschirm abgerechnet zu haben, indem sie teilweise Scheinrechnungen erstellten. 

Zusätzlich überwies Berktold als Liquidator eines Vereins insgesamt 825.000 Euro auf sein Privatkonto. Bei einer Razzia wurden bei ihm ein Gewehr, eine Pistole und Munition ohne die erforderlichen Erlaubnisse gefunden. 

Der Pflegedienstleiter, der von Anfang an geständig war, erhielt eine geringere Strafe von drei Jahren und elf Monaten. Berktold hingegen bestritt die Betrugsvorwürfe, die das Gericht jedoch als bewiesen ansah. 

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte für Berktold sechs Jahre Haft gefordert, während die Verteidigung höchstens zweieinhalb Jahre beantragte.

Die Verurteilung Berktolds wirft ein Schlaglicht auf die Missbrauchsmöglichkeiten von Corona-Hilfsprogrammen und die Notwendigkeit strengerer Kontrollen. 

Die Tatsache, dass ein Bürgermeister und ein Pflegedienstleiter in solche Machenschaften verwickelt waren, zeigt, wie weitreichend die Auswirkungen von Korruption und Betrug sein können. 

Dieser Fall hat in der lokalen Gemeinschaft und darüber hinaus für Aufsehen gesorgt und die Debatte über die Integrität von Amtsträgern und die Verwendung öffentlicher Gelder angeheizt, berichtet n-tv.