Ein Mordprozess in Edinburgh ist mit einer lebenslangen Haftstrafe für einen Mann zu Ende gegangen, der wegen der Tötung seiner Partnerin auf den Shetlandinseln verurteilt wurde. Die Verhandlung offenbarte ein Muster von Gewalt und widersprüchlichen Darstellungen, wodurch eine trauernde Familie gezwungen war, sich im Gerichtssaal mit den Details auseinanderzusetzen.
Der High Court hörte, wie der 41-jährige Aren Pearson des Mordes an der 24-jährigen Claire Leveque für schuldig befunden wurde. Der Richter verhängte eine lebenslange Haftstrafe mit einer Mindestverbüßungsdauer von 25 Jahren.
Die Geschworenen prüften über mehrere Tage hinweg forensische Berichte, Aufzeichnungen und Zeugenaussagen. Zeitweise herrschte im Gerichtssaal völlige Stille, als Beweismaterial abgespielt wurde, was die Schwere des Falls unterstrich.
Claires Vater, Clint Leveque, saß während der gesamten Verhandlung in Sichtweite des Angeklagten. „Er war nur wenige Meter vor mir hinter einer Glasscheibe, und es gab Momente, in denen ich kurz davor war, darüber zu springen“, sagte er.
Später erklärte er laut The Sun, dass er in besonders schwierigen Momenten den Saal verließ und Abstand der Konfrontation vorzog.
Ein zentraler Punkt
Ein zentraler Punkt im Prozess war Pearsons wechselnde Darstellung dessen, was in der Nacht der Tat geschah. Die Staatsanwaltschaft stützte sich stark auf Aufzeichnungen von Notrufen, die kurz nach dem Vorfall getätigt wurden.
In einem Anruf sagte er: „Ich habe gerade meine Freundin in einem Whirlpool in der Garage getötet.“ Anschließend beschrieb er den Angriff weiter, wie aus den vor Gericht vorgelegten Beweisen hervorging.
Später bestritt Pearson die Verantwortung, erklärte vor Gericht, er könne sich nicht an den Anruf erinnern, und behauptete, Claire habe sich selbst verletzt. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, diese Version stehe nicht im Einklang mit den medizinischen Befunden.
Eine frühere Aufnahme, die Claire während eines Streits gemacht hatte, wurde ebenfalls den Geschworenen vorgespielt. Darin sagte sie: „Du hast mich an meinem 24. Geburtstag krankenhausreif geprügelt.“ Die Anklage wertete dies als Beleg für fortgesetzte Misshandlung.
Was die Beweise zeigten
Medizinische Befunde bildeten einen zentralen Bestandteil der Anklage. Laut Gerichtsunterlagen erlitt Claire 55 Verletzungen, darunter mehrere Wunden am Kopf und Hals.
Sachverständige erklärten vor Gericht, die Verletzungen seien mit einem anhaltenden Angriff vereinbar, was der Darstellung der Verteidigung widersprach, sie seien selbst zugefügt worden.
Weitere in den Gerichtsunterlagen genannte Beweise umfassten frühere Vorwürfe von Gewalt gegen Pearson in Kanada. Die Staatsanwaltschaft nutzte dies, um ein umfassenderes Bild seines Verhaltens zu zeichnen.
Die Verteidigung argumentierte, die Beziehung sei konfliktreich gewesen, doch die Geschworenen wiesen diese Erklärung letztlich zurück.
Über das Urteil hinaus
Claire war 2023 von Alberta auf die Shetlandinseln gezogen, nachdem sie eine Beziehung mit Pearson begonnen hatte, berichtete The Sun. Familienangehörige sagten später, die Entscheidung sei schnell gefallen und habe wenig Zeit für Überlegungen gelassen.
Nachrichten an Verwandte deuteten darauf hin, dass sie zu kämpfen hatte, doch das volle Ausmaß ihrer Situation wurde erst später deutlich. Die räumliche Distanz erschwerte es den Angehörigen, einzugreifen.
Nach der Verurteilung hat ihre Familie über die Bedeutung gesprochen, Warnsignale in missbräuchlichen Beziehungen zu erkennen, insbesondere wenn jemand sich von seinem Unterstützungsnetzwerk entfernt.
Jenny, Clints Partnerin, sagte, die Behauptungen der Verteidigung seien schwer zu ertragen gewesen. „Er ist ein Monster. Zu behaupten, sie habe sich das selbst angetan, machte mich krank“, sagte sie laut The Sun.
Der Fall hat zudem erneut den Fokus auf „Clare’s Law“ gelenkt, das es Menschen ermöglicht, Informationen über die Gewaltgeschichte eines Partners einzuholen, und verdeutlicht, welche Rolle solche Maßnahmen bei der Prävention spielen können.
Quellen: The Sun