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Ihre größten Flugängste könnten unbegründet sein: Mythen, an die Passagiere nicht mehr glauben sollten

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Viele Passagiere fühlen sich unwohl, wenn sie nicht sehen können, was um sie herum geschieht. In der Luftfahrt wird dieser Unsicherheit häufig mit Ausbildung, klaren Verfahren und redundanten Systemen begegnet.

Für ängstliche Reisende kann die Sorge bereits am Gate beginnen, lange bevor das Anschnallzeichen aufleuchtet. Eine Erschütterung während des Steigflugs, eine Veränderung des Triebwerksgeräuschs oder Flugbegleitende, die zügig durch die Kabine gehen, können ernster wirken, als sie tatsächlich sind.

The Daily Express hat mit dem ehemaligen Piloten der Royal Air Force und von British Airways, Simon Tranter, sowie mit dem früheren Verkehrspiloten Dan Bubb über die Ängste gesprochen, die viele Passagiere mit an Bord nehmen.

Ihre Antworten laufen auf einen zentralen Punkt hinaus: Fliegen basiert auf Vorbereitung. Besatzungen werden auf Problemsituationen geschult, Flugzeuge verfügen über Backup-Systeme, und für viele Szenarien, die beängstigend klingen, existieren bereits festgelegte Verfahren.

Sicherheit hängt nicht vom Ticketpreis ab

Manche Passagiere fragen sich, ob günstigere Fluggesellschaften weniger sicher sind. Tranter erklärte der Zeitung, dass sich der Ticketpreis auf Komfort, Sitzabstand und zusätzliche Leistungen an Bord auswirke – nicht jedoch auf die Sicherheitsvorschriften, die Fluggesellschaften einhalten müssen.

Bubb betonte einen ähnlichen Punkt und erklärte, dass Piloten branchenweit nach anspruchsvollen Standards ausgebildet und überprüft werden – unabhängig vom Geschäftsmodell der jeweiligen Fluggesellschaft.

Das Flugzeug mag ein anderes Reiseerlebnis bieten, doch die grundlegenden Anforderungen an die Kompetenz der Besatzung und die operative Sicherheit verschwinden nicht mit einem niedrigeren Flugpreis.

Unabhängige Daten liefern zusätzliche Einordnung. Nach Angaben der International Air Transport Association führten Fluggesellschaften im Jahr 2025 weltweit 38,7 Millionen Flüge durch, während 51 Unfälle registriert wurden.

Auf Ausfälle wird vorbereitet

Technische Sorgen beziehen sich häufig auf Triebwerke, Fahrwerke oder Fenster. Tranter erklärte, dass Flugzeuge mit mehreren redundanten Systemen ausgestattet sind, während Piloten ungewöhnliche Situationen im Simulator trainieren, bevor sie ihnen möglicherweise in der Realität begegnen.

Ein Triebwerksausfall ist ein Beispiel dafür. Piloten trainieren solche Szenarien intensiv, und Verkehrsflugzeuge können mit nur einem funktionierenden Triebwerk weiterfliegen und sicher landen.

Tranter wies außerdem darauf hin, schreibt The Daily Express, dass selbst ein vollständiger Triebwerksausfall nicht dazu führen würde, dass ein Flugzeug vom Himmel fällt. Verkehrsflugzeuge können gleiten, während die Besatzung die vorgesehenen Notfallverfahren befolgt.

Bubb erinnerte sich an einen Triebwerksausfall während des Starts bei einem Passagierflug über dem Grand Canyon.

„Wir schalteten das ausgefallene Triebwerk ab, erklärten einen Notfall und landeten ohne Probleme mit dem verbleibenden funktionierenden Triebwerk.“

Dieses Beispiel verdeutlicht den grundsätzlichen Gedanken: Die Luftfahrt basiert nicht auf der Annahme, dass niemals etwas schiefgeht. Sie basiert auf Backup-Systemen, regelmäßigem Training und klaren Verfahren für den Fall, dass doch etwas passiert.

Das Wetter überrascht Piloten nur selten

Gewitter, Blitzeinschläge und Vogelschläge können beunruhigend klingen, doch Piloten sind darauf geschult, viele Risiken zu erkennen und ihnen auszuweichen, noch bevor Passagiere sie überhaupt bemerken.

Radar hilft den Besatzungen dabei, schwere Wetterlagen zu umfliegen, während Flugzeuge so konstruiert sind, dass sie Blitzeinschläge verkraften können.

Vogelschläge sind meist geringfügig, auch wenn Bubb darauf hinwies, dass seltene Fälle schwerwiegende Folgen haben können, darunter die Notwasserung im Hudson River.

Für nervöse Passagiere mag es beruhigend sein zu wissen, dass Piloten in Drucksituationen nicht improvisieren.

Sie folgen eingeübten Abläufen, unterstützt durch die Systeme des Flugzeugs und Verfahren am Boden. Die Angst mag sich persönlich anfühlen, doch die Reaktion darauf ist professionell, eingeübt und in jede Phase des Fluges integriert.

Quellen: Daily Express, International Air Transport Association