Mehrere voneinander unabhängige Ergebnisse bilden inzwischen die Grundlage für einen wiederkehrenden Online-Witz über Donald Trumps angeblichen Einfluss auf große Sportereignisse.
Spaniens Sieg gegen Argentinien im WM-Finale veranlasste Nutzer in den sozialen Medien dazu, Behauptungen über Donald Trumps angeblichen Sportfluch erneut aufzugreifen – eine unbelegte Theorie, die mit Wettbewerben in Verbindung gebracht wird, die er besucht, kommentiert oder in die er sich direkt eingemischt hat.
Vor dem Spiel wollte Trump keinen Sieger vorhersagen, lobte jedoch Argentiniens Kapitän Lionel Messi in einem von Fox Sports ausgestrahlten Interview:
„Ich werde keine Seite wählen. Ich glaube nur, dass es sehr schwer ist, gegen Messi zu wetten. Er ist großartig.“
Spanien gewann anschließend nach Verlängerung mit 1:0. Associated Press berichtet, dass der eingewechselte Ferran Torres in der 106. Minute den Siegtreffer erzielte und seinem Land damit den zweiten WM-Titel der Männer sicherte.
Trump half bei der Pokalübergabe und blieb während der Feierlichkeiten an der Seite der spanischen Spieler. Seine sichtbare Rolle bei der Zeremonie und seine früheren Äußerungen über Messi boten Kritikern erneut Anlass, den laufenden Witz wieder aufleben zu lassen.
Frühere Auftritte sorgen für Aufmerksamkeit
Trump besuchte Spiel drei der NBA-Finals 2026 – die einzige Partie, die die New York Knicks bei ihrem Finalsieg in fünf Spielen gegen die San Antonio Spurs verloren, berichtet USA Today.
Einige Knicks-Fans machten seine Anwesenheit scherzhaft für die Niederlage verantwortlich. Das Team entkräftete diese Interpretation jedoch rasch, indem es sich erholte und die Finalserie gewann.
Sein Besuch bei einem Spiel der Washington Commanders im November 2025 lieferte ein noch weniger überzeugendes Beispiel. Die Detroit Lions besiegten die Washington Commanders mit 44:22, sodass das unmittelbare Ergebnis nicht zu einem Fluch passte, der gegen die Lions gerichtet gewesen sein soll.
Die Detroit Lions verloren später fünf ihrer letzten acht Spiele und verpassten die Playoffs. Der ehemalige NFL-Spieler Kenny Stills reagierte auf den Einbruch mit den Worten „Trump curse“ und weitete den Witz damit auf ein Team aus, das unter Trumps Beobachtung tatsächlich gewonnen hatte.
Trump nahm außerdem am Eröffnungstag des Ryder Cup 2025 teil, als die USA gegen Europa zunächst Schwierigkeiten hatten. Das amerikanische Team startete später eine bemerkenswerte Aufholjagd, verlor den Wettbewerb jedoch letztlich mit 13:15.
Eingreifen wirft andere Fragen auf
Das politisch umstrittenste Beispiel betraf den US-Stürmer Folarin Balogun. Trump kontaktierte FIFA-Präsident Gianni Infantino, nachdem Balogun infolge einer Roten Karte automatisch für ein Spiel gesperrt worden war. Die FIFA setzte die Ein-Spiel-Sperre für ein Jahr aus, sodass der Stürmer gegen Belgien spielen konnte.
Der Belgische Fußballverband focht seine Spielberechtigung offiziell an, doch der Einspruch wurde zurückgewiesen. Die USA schieden anschließend nach einer 1:4-Niederlage aus.
Der Belgische Fußballverband machte sich später laut USA Today online über die Aussetzung der Sperre lustig.
Dieser Fall unterschied sich von den anderen, weil Trump mehr tat, als lediglich anwesend zu sein oder sich zu äußern. Sein direkter Kontakt zur FIFA lenkte politische Aufmerksamkeit auf das Disziplinarverfahren.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Trump die sportlichen Ergebnisse auf andere Weise beeinflusst hätte. Die Erzählung hält sich, weil sie einprägsame Niederlagen hervorhebt und Siege, Aufholjagden sowie widersprüchliche Beispiele ausblendet.
Quellen: Associated Press, USA Today, Fox Sports