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Britische Abgeordnete fordern Einschränkungen für Smart Glasses

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Früher konnte man bei einem Spaziergang durch eine belebte Straße ganz selbstverständlich in der Menge untertauchen. Heute verwischen moderne Hightech-Geräte zunehmend die Grenze zwischen öffentlichem Leben und persönlicher Privatsphäre, während die Gesetzgeber versuchen, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten.

Britische Regierungsvertreter erwägen neue Beschränkungen für Smart Glasses, da die Sorge wächst, dass Frauen in der Öffentlichkeit von Trägern solcher Brillen heimlich gefilmt werden könnten, berichtet The Guardian. Die Debatte erreichte diese Woche das britische Unterhaus, wo Politiker davor warnten, dass tragbare Aufnahmegeräte eine ernsthafte Bedrohung für die Privatsphäre darstellen könnten.

Die für Schutzfragen zuständige Ministerin Satvir Kaur erklärte während der Debatte, dass die Regierung bereits verschiedene Maßnahmen prüfe. „Die Vorteile von Smart Glasses müssen gegen die Schäden abgewogen werden, die sie verursachen können. Die Regierung prüft bereits Optionen, Smart Glasses in bestimmten Umgebungen einzuschränken und den Verkauf an bestimmte Nutzer zu begrenzen.“

Kaur wies darauf hin, dass das Filmen mit Smart Glasses in geschützten Bereichen wie Gerichtssälen bereits gegen geltendes Recht verstoßen könne. Darüber hinaus überprüfen auch NHS England und das britische Bildungsministerium ihre Richtlinien für den Umgang mit tragbaren elektronischen Geräten in Gesundheitseinrichtungen und Klassenzimmern.

Die liberaldemokratische Abgeordnete Anna Sabine warnte vor missbräuchlichen Aufnahmen im Nachtleben. „Frauen berichten, dass sie nach dem Ausgehen aufwachen und feststellen, dass Videos von ihnen, die ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung von Männern mit Smart Glasses gefilmt wurden, online viral gegangen sind.“

Sabine warnte außerdem, dass solche Geräte „die Sicherheit und Privatsphäre im öffentlichen Raum untergraben“. Sie forderte deshalb rasches Handeln, bevor eine wirksame Regulierung zu spät komme.

Ein schwieriger Balanceakt

Die Forderung nach strengeren Vorschriften ist jedoch umstritten, da die Geräte auch erhebliche praktische Vorteile bieten. Kaur betonte, dass solche Brillen für Menschen mit Behinderungen „enorm vorteilhaft sein können“, und bezeichnete sie als „Gamechanger“ für sehbehinderte Menschen, die ihren Alltag selbstständig bewältigen möchten. Integrierte Audiosysteme können Straßenschilder vorlesen, Hindernisse beschreiben und gesprochene Sprache in Echtzeit übersetzen.

Auch Politiker nutzen die Technik bereits bei ihrer Arbeit. Der Reform-UK-Politiker Jason O’Connell verteidigte gegenüber der BBC seine Entscheidung, während einer Rede im walisischen Parlament eine Datenbrille zu tragen. Die Teleprompter-Funktion habe ihm ermöglicht, den Blick nach vorne zu richten, anstatt ständig auf seine Notizen zu schauen.

Befürworter der Geräte verweisen außerdem auf die praktischen Freisprechfunktionen. Nutzer können damit Anrufe entgegennehmen, Musik streamen und Informationen abrufen, ohne ein Smartphone in der Hand halten zu müssen.

Technologieunternehmen betonen, dass bereits Sicherheitsvorkehrungen vorhanden seien. Ein Sprecher von Meta erklärte gegenüber The Guardian, die Brillen seien „so gebaut, dass sie auffallen“, und verwies auf eine Leuchte an der Vorderseite, die während einer Aufnahme blinke und sich nicht ausschalten lasse.

Das Unternehmen erklärte außerdem, dass eine integrierte Sicherheitsfunktion die Kamera automatisch deaktiviere, wenn der Besitzer versuche, die Kontrollleuchte abzudecken oder zu übermalen. Dasselbe gelte, wenn die Leuchte auf andere Weise manipuliert werde.