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EU setzt alles auf KI-Offensive im Wert von 200 Milliarden Euro

Aerial view of a large data center complex with modern buildings and infrastructure in a rural landscape in Europe
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Groß angelegte Rechenzentrumsprojekte entwickeln sich zu einem zentralen Bestandteil der Industriepolitik. Ihr Erfolg wird davon abhängen, Investoren zu gewinnen und Vorschläge in betriebsfähige Anlagen umzusetzen.

InvestAI soll 200 Milliarden Euro für Projekte im Bereich der künstlichen Intelligenz in ganz Europa mobilisieren. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte die Initiative am 11. Februar 2025 in Paris vor. Dazu gehört auch ein vorgeschlagener Fonds in Höhe von 20 Milliarden Euro für KI-Gigafabriken.

Ursprünglich waren vier Anlagen vorgesehen, die jeweils mit rund 100.000 Hochleistungsprozessoren ausgestattet werden sollen. Nach Angaben von Onet entspräche dies etwa der vierfachen Zahl an Chips, die für die kleineren KI-Fabriken vorgesehen ist, die derzeit im Rahmen des EU-Supercomputernetzwerks entwickelt werden.

Anstatt die gesamte Summe aus dem EU-Haushalt bereitzustellen, erwartet Brüssel, dass InvestAI europäische Programme, nationale Beiträge und privates Kapital bündelt. Um den Gesamtbetrag zu erreichen, werden daher wirtschaftlich tragfähige Projekte benötigt, die externe Investoren überzeugen können.

Abhängigkeit prägt die Strategie

Die Initiative ist Teil eines umfassenderen Vorhabens, Europas Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern von Cloud-Computing, Hochleistungschips und anderer digitaler Infrastruktur zu verringern.

In einem von Onet veröffentlichten Auftragsbeitrag argumentiert der polnische Europaabgeordnete Michał Kobosko, dass die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern die Sicherheit schwächen und es europäischen Unternehmen erschweren könnte, Innovationen voranzutreiben.

Der Zugang zur neuen Infrastruktur sowie deren Preisgestaltung werden entscheidend dafür sein, ob auch kleinere Unternehmen davon profitieren. Nach Angaben der Europäischen Kommission vernetzen die bestehenden KI-Fabriken Rechenzentren mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Start-ups und etablierten Unternehmen. Beim Zugang sollen kleinere Technologieunternehmen bevorzugt werden.

Das Interesse an den größeren Anlagen ist erheblich. Eine erste Konsultation brachte 76 Vorschläge für 60 Standorte in 16 EU-Mitgliedstaaten hervor.

Auch die Regeln ändern sich

Das Investitionsprogramm wurde parallel zu Überarbeitungen der EU-Vorschriften für künstliche Intelligenz entwickelt. Der Artificial Intelligence Act trat am 1. August 2024 in Kraft, seine Verpflichtungen wurden jedoch nicht gleichzeitig eingeführt. Die einzelnen Bestimmungen sollten schrittweise bis zum 2. August 2027 anwendbar werden, um Behörden und Unternehmen Zeit zu geben, sich auf den neuen Rechtsrahmen vorzubereiten.

Am 16. Juni 2026 verabschiedete das Europäische Parlament im Rahmen des Digital Omnibus Änderungen. Die Anpassungen verschoben einige Anforderungen, vereinfachten Teile des Verfahrens zur Einhaltung der Vorschriften und bewahrten den risikobasierten Ansatz des Gesetzes. Die Vorlage wurde mit 423 zu 57 Stimmen bei 174 Enthaltungen angenommen. Dies spiegelte eine breite parlamentarische Unterstützung dafür wider, die Umsetzung anzupassen, ohne die wesentlichen Schutzmechanismen des Gesetzes aufzugeben.

Der Fokus richtet sich nun auf die formelle Auswahl und Finanzierung der Projekte für KI-Gigafabriken. Leitlinien, die gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank-Gruppe erarbeitet wurden, sollen Projektentwicklern dabei helfen, Vorhaben in einem frühen Stadium zu finanziell tragfähigen Projekten weiterzuentwickeln. Projekte, die die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, könnten anschließend für eine mögliche Kofinanzierung infrage kommen und der Umsetzung einen entscheidenden Schritt näher rücken.

Quelle: Onet