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Neues Gesetz: Russland fordert, dass neue KI-Modelle „traditionelle spirituelle und moralische“ Werte achten

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Das Gesetz soll die Entwicklung von KI in Russland unterstützen.

Das globale Rennen um die Kontrolle künstlicher Intelligenz verändert die Art und Weise, wie Nationen ihre digitalen Grenzen schützen.

Während die Technologie den Alltag neu gestaltet, ringen Regierungen darum zu entscheiden, wer den Code kontrolliert und welchen Regeln er folgen muss.

Nun unternimmt Russland einen höchst ungewöhnlichen Schritt, um sicherzustellen, dass seine Maschinen genau wie die politische Führung denken.

Regeln für moralische Maschinen

Die Staatsduma hat kürzlich ein neues Gesetz verabschiedet, das die Entwicklung künstlicher Intelligenz im Land regeln soll. Gemäß dem Gesetz müssen alle größeren KI-Systeme nun mit „traditionellen russischen spirituellen und moralischen Werten“ im Einklang stehen, um offizielle Unterstützung zu erhalten.

Laut The Moscow Times unterteilen die neuen Vorschriften die Technologie in zwei verschiedene Kategorien. Erstens muss ein „souveränes“ Modell vollständig von russischen Unternehmen entwickelt werden. Jeder Teil des Prozesses, von der Entwicklung des Modells bis zur Datenspeicherung, muss in lokalen Rechenzentren stattfinden.

Die zweite Kategorie ist ein „nationales“ Modell. Diese Systeme können Open-Source-Komponenten aus dem Ausland verwenden, müssen ihre Daten jedoch weiterhin auf russischem Boden speichern. Die Regierung wird zu einem späteren Zeitpunkt festlegen, wie diese Systeme auf die Einhaltung der moralischen Vorgaben geprüft werden.

Kontrolle und Urheberrecht

Dieses Gesetz verändert die Verteilung technologischer Macht. Der Präsident wird künftig die übergeordnete Technologiestrategie genehmigen, während die Regierung entscheidet, wann Unternehmen diese genehmigten Modelle verwenden müssen. Die Gesetzgeber lehnten außerdem einen Vorschlag ab, der Plattformen verpflichten sollte, sämtliche KI-generierten Inhalte zu kennzeichnen.

Stattdessen müssen große Websites mit mehr als 500.000 täglichen Nutzern lediglich ein Tool zur Kennzeichnung anbieten. Die Ersteller selbst werden das Format wählen. Die Eigentümer müssen den Nutzern außerdem klar mitteilen, wem die Rechte an den generierten Inhalten gehören.

Technologieunternehmen erhalten zudem größere Möglichkeiten zur Datenerhebung. Die Verwendung urheberrechtlich geschützten Materials zum Trainieren von KI ist erlaubt, solange die Entwickler die Dateien auf legalem Weg erhalten. Wjatscheslaw Wolodin, der Vorsitzende der Staatsduma, bezeichnete das Gesetz als Rahmengesetz, das am 1. September 2026 in Kraft treten wird.

Export der Vision

Moskau blickt bereits über seine eigenen Grenzen hinaus. Mit Blick auf den globalen Markt möchte das Land diese maßgeschneiderten Systeme an andere Regionen verkaufen. Alexander Wedjachin, ein Top-Manager der Sberbank, sagte gegenüber Reuters, dass Russland diese Systeme Ländern des Globalen Südens als Alternative zu westlicher Technologie anbieten wolle.

Wedjachin räumte ein, dass diesen Modellen im Vergleich zu führenden ausländischen Konkurrenten möglicherweise einige Funktionen fehlen. Dennoch werden sie „lokale Mentalität und Traditionen“ berücksichtigen, um den Werten des jeweiligen Landes zu entsprechen.