Startseite Krieg Experten befürchten, dass Russland eine neue art von angriff vorbereitet

Experten befürchten, dass Russland eine neue art von angriff vorbereitet

An empty public hacker space displaying a Russian flag highlights cyberterrorism and hybrid warfare. Russian Federation operates with brainwashing tactics, war propaganda and fake news. Camera B
Shutterstock

Ein ehemaliger polnischer General warnt, dass Russland seine hybriden Operationen gegen die NATO verstärken könnte, statt einen konventionellen militärischen Angriff zu starten.

Die NATO-Staaten verfolgen die Entwicklungen aufmerksam, nachdem neue Einschätzungen darauf hindeuten, dass Russland seine gegen das Bündnis gerichteten Aktivitäten verstärken könnte.

Mehrere westliche Sicherheitsanalysen weisen auf ein wachsendes Risiko hin. Unter anderem warnt der frühere CIA-Direktor William Burns davor, dass die Spannungen weiter eskalieren könnten.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch der ehemalige polnische Luftwaffengeneral Tomasz Drewniak.

In einem Interview mit Wirtualna Polska erklärte Drewniak, dass ein möglicher russischer Schritt wahrscheinlich nicht die Form einer klassischen Invasion annehmen werde.

Neue Methoden

„Die Bedrohung ist absolut real. Sie wird sich nur nicht in Form russischer Panzer zeigen, die die Grenzen der baltischen Staaten, Polens oder eines anderen Landes überschreiten“, sagte Tomasz Drewniak.

Nach Einschätzung des ehemaligen Generals ist Russland derzeit nicht zu einem direkten, groß angelegten Krieg gegen die NATO bereit, sondern dürfte stattdessen weiterhin indirekte Methoden einsetzen, die sich nur schwer unmittelbar Moskau zuordnen lassen.

„Meiner Meinung nach ist die Bedrohung absolut real. Sie wird sich nicht in Form russischer Panzer zeigen, die die Grenzen der baltischen Staaten, Polens oder eines anderen Landes überschreiten. Ich glaube, dass es sich um eine weitere Provokation handeln wird – möglicherweise unter falscher Flagge oder auf eine Weise durchgeführt, die sich nicht direkt mit Russland in Verbindung bringen lässt. Russland ist heute nicht zu einem umfassenden Konflikt mit der NATO bereit, wohl aber dazu, die Kampagne gegen die baltischen Staaten und den Westen insgesamt fortzusetzen, die es bereits seit mehreren Jahren führt“, sagte er laut Wirtualna Polska.

Hybride Bedrohung

Drewniak verwies auf frühere Vorfälle mit Drohnen, beschädigten Ankern und beschädigten Unterseekabeln als Beispiele für jene Art hybrider Aktivitäten, die die Spannungen zwischen Russland und dem Westen bereits geprägt haben.

„Ich erwarte etwas, das es vielleicht zuvor noch nie gegeben hat. Es gab Drohnen, beschädigte Anker, Kabelschäden und alle möglichen anderen Vorfälle. Deshalb glaube ich, dass wir in eine weitere Phase dieser Art der Kriegsführung eintreten“, sagte er.

Gleichzeitig hält er einen Raketenangriff für weniger wahrscheinlich, da sich dessen Ursprung nur schwer verschleiern ließe.

„Man kann keinen Raketenangriff unter falscher Flagge durchführen oder so tun, als sei es nicht die eigene Rakete. Deshalb glaube ich, dass es etwas anderes sein wird. Damit ist jedoch zu rechnen, denn die Russen sind ziemlich einfallsreich, wenn es darum geht, solche Situationen herbeizuführen. Ich glaube, dass sie schon seit einiger Zeit daran arbeiten. Wenn Geheimdienstexperten darüber sprechen, bedeutet das, dass die Bedrohung glaubwürdig ist und ernst genommen werden sollte“, sagte er laut Wirtualna Polska.

Warum werden Kabelschäden und Anker erwähnt?

Drewniaks Hinweis auf Kabelschäden und Anker bezieht sich auf eine Reihe von Vorfällen in der Ostsee, bei denen Unterseekabel für Telekommunikation und Stromversorgung beschädigt wurden.

Nach Angaben der NATO haben solche Vorfälle zusammen mit Sabotageakten, Cyberangriffen und anderen hybriden Aktivitäten zu einer verstärkten Überwachung kritischer Infrastruktur in der Region geführt.

Das Bündnis betont, dass der Schutz von Unterseekabeln inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Bemühungen ist, Kommunikationsnetze, die Energieversorgung und die allgemeine Widerstandsfähigkeit der Mitgliedstaaten zu sichern.

Was ist hybride Kriegsführung?

Hybride Kriegsführung bezeichnet die Kombination militärischer und nichtmilitärischer Methoden, mit denen ein anderes Land geschwächt werden soll, ohne zwangsläufig einen konventionellen Krieg auszulösen.

Nach Angaben der NATO kann dies unter anderem Cyberangriffe, Desinformation, wirtschaftlichen Druck, Sabotage und verdeckte Operationen umfassen, die darauf abzielen, Unsicherheit zu schaffen und eine Gesellschaft zu destabilisieren.

Diese Methoden werden häufig eingesetzt, um die Grenze zwischen Frieden und Konflikt zu verwischen, wodurch sich oft nur schwer feststellen lässt, wer hinter einem Angriff steckt.

Quellen: Wirtualna Polska, NATO