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US-Armee sagt, sie „ertrinke in Daten“ – und setzt auf KI

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Vertreter der US-Armee sagen, das moderne Schlachtfeld erzeuge mehr Daten, als Soldaten allein verarbeiten können, was zu einer Ausweitung der Tests von KI-Systemen geführt habe, die Muster erkennen und Zielentscheidungen unterstützen sollen.

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Die US-Armee erklärt, dass moderne Kriegsführung mehr Informationen erzeugt, als Soldaten realistisch verarbeiten können.

Angesichts einer Flut von Sensordaten und vernetzten Systemen argumentieren Verantwortliche, künstliche Intelligenz sei nicht länger optional, sondern unverzichtbar.

Nach der jüngsten Übung Dynamic Front in Europa beschrieb Oberst Jeff Pickler, Kommandeur der 2nd Multi-Domain Task Force der Armee, ein mit Informationen gesättigtes Schlachtfeld.

„Das moderne Schlachtfeld, was wir bereits weltweit sehen, ist voller Sensoren, und wir ertrinken in Daten“, sagte Pickler bei einer Medienrunde.

Er fügte hinzu, es gebe nicht genügend Personal, um alles in Echtzeit auszuwerten. „Wir werden niemals in der Lage sein, all das vollständig zu verarbeiten.“

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KI im Beta-Stadium

Während Dynamic Front, an der nahezu 2.000 US-Soldaten und fast 4.000 alliierte Kräfte teilnahmen, testeten die Truppen ein eigenentwickeltes KI-System, das große Mengen operativer Daten aufnehmen und sortieren soll.

Die Software befindet sich noch im Beta-Stadium, doch Armeeverantwortliche planen, sie in der nächsten Iteration der Übung auszuweiten, die mit Arcane Front zusammengelegt werden soll, um Technologietests mit hochrangigen Gefechtsübungen zu verbinden.

„Wenn wir uns ein Zielset im europäischen Einsatzraum ansehen, bei dem wir davon ausgehen, täglich mehr als 1.500 Ziele verarbeiten zu müssen, liegt das jenseits menschlicher Kapazitäten“, sagte Pickler. „Die Antwort auf diese Gleichung liegt in KI und Automatisierung.“

Kontext statt Geschwindigkeit

Laut Pickler liegt der entscheidende Vorteil nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern im Gedächtnis und in der Mustererkennung.

„Der Unterschied liegt nicht in Sekunden statt Minuten – sondern in Minuten statt Monaten. Nicht weil die Maschine schneller scannt, sondern weil sie Kontext über verschiedene Quellen hinweg behält, den Menschen nicht im Gedächtnis halten können“, sagte er.

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„Sie ersetzt Analysten nicht, indem sie schneller liest“, fügte er hinzu, „sondern die Wochen, die Analysten damit verbringen, Informationen aus Tausenden von Berichten wieder miteinander zu verknüpfen.“

Das System kann unterschiedliche Datenpunkte – etwa Schiffsbewegungen, Stromausfälle und Lieferkettenaktivitäten – miteinander verbinden, um potenzielle militärische Vorbereitungen zu markieren.

Menschen bleiben eingebunden

Armeeverantwortliche betonen, dass Menschen weiterhin eingebunden bleiben. Analysten prüfen die Ergebnisse in mehreren Phasen, und das Ziel ist es, die Übereinstimmung zwischen KI- und menschlichen Bewertungen bei großen Zielmengen auf 90 bis 95 Prozent zu erhöhen.

KI und Automatisierung spielen zudem eine zentrale Rolle in der Initiative Next Generation Command and Control der Armee.

Unternehmen wie Anduril, Palantir und Lockheed Martin tragen zu Systemen bei, die Echtzeit-Updates zu Munition, Wartung, Aufklärung und simulierten Bedrohungen liefern.

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Über den Kampf hinaus integriert die Armee KI auch in Verwaltungsbereiche wie Rekrutierung und Wartung, was einen breiteren Modernisierungsschub widerspiegelt.

Quellen: Erklärungen der US-Armee; Medienrunde zu Dynamic Front