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Zuckerbergs KI-Romanze: „mysteriöses“ Start-up wird Teil des KI-Imperiums

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Ein bislang wenig bekanntes Start-up, das nahezu über Nacht an Bedeutung gewonnen hat, steht kurz davor, Teil eines der mächtigsten Konzerne im Silicon Valley zu werden.

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Ein bislang wenig bekanntes Start-up, das nahezu über Nacht an Bedeutung gewonnen hat, steht kurz davor, Teil eines der mächtigsten Konzerne im Silicon Valley zu werden. Der Schritt zeigt, wie entschlossen Meta künstliche Intelligenz vorantreibt, die eigenständig handeln kann – und reale Umsätze erzielt.

Wie das Wall Street Journal berichtet, übernimmt Meta Platforms das schnell wachsende KI-Start-up Manus mit Sitz in Singapur für rund zwei Milliarden US-Dollar.

Damit erreicht der Deal die Bewertung, die das Unternehmen in einer geplanten Finanzierungsrunde angestrebt hatte, und zählt zu den bedeutendsten KI-Übernahmen des Jahres 2025.

Ein rasanter Aufstieg

Manus trat im Frühjahr 2025 erstmals in Erscheinung und entwickelte sich rasch zu einem Gesprächsthema in der Tech-Branche.

Das Unternehmen stellte einen KI-Agenten vor, der komplexe Aufgaben mit mehreren Schritten nahezu ohne menschliche Aufsicht ausführen kann – darunter Bewerberauswahl, detaillierte Reiseplanung, Analyse von Anlageportfolios und umfangreiche Recherchen.

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Öffentliche Vorführungen – sowie die selbstbewusste Behauptung, das System übertreffe OpenAIs Deep Research – sorgten dafür, dass Manus sich in einem überfüllten Markt abhob und das Interesse von Investoren und großen Technologiekonzernen auf sich zog.

Einnahmen statt nur Hype

Im April 2025 führte Benchmark eine Finanzierungsrunde über 75 Millionen US-Dollar an, die Manus mit 500 Millionen US-Dollar bewertete.

Zu den weiteren Investoren gehörten Tencent, ZhenFund und HSG, früher bekannt als Sequoia China. Bemerkenswerter als die Finanzierung selbst war jedoch die geschäftliche Entwicklung.

Manus erklärte, innerhalb weniger Monate Millionen von Nutzern gewonnen und ein Abonnementmodell aufgebaut zu haben, das jährlich mehr als 100 Millionen US-Dollar an wiederkehrenden Umsätzen generiert – eine Seltenheit in einem Sektor, der häufig für hohe Verluste ohne klaren Ertrag kritisiert wird.

Diese Kombination aus Leistungsfähigkeit und Einnahmen gilt als entscheidender Faktor für Metas Interesse an der Übernahme.

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Warum Meta zugeschlagen hat

Für Mark Zuckerberg liefert Manus den Beweis, dass KI-Agenten mehr sein können als experimentelle Werkzeuge. Meta hat in den vergangenen Jahren Dutzende Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investiert, was bei Investoren zunehmend Skepsis über die Höhe dieser Ausgaben ausgelöst hat.

Der Kauf eines Unternehmens mit einem marktreifen Produkt und stabilen Umsätzen ermöglicht es Meta, zu zeigen, dass KI bereits heute ein tragfähiges Geschäftsmodell sein kann – und nicht nur eine langfristige Wette.

Politische Sensibilitäten

Die Übernahme ist jedoch nicht frei von Kontroversen. Manus ging aus Butterfly Effect hervor, einem Unternehmen, das 2022 in Peking von chinesischen Gründern ins Leben gerufen wurde, bevor der Hauptsitz Mitte 2025 nach Singapur verlegt wurde.

Diese Herkunft hat die Aufmerksamkeit von US-Politikern auf sich gezogen, die chinesischen Einfluss im Bereich fortgeschrittener KI kritisch sehen.

In einem Interview mit Nikkei Asia erklärte Meta, dass Manus nach Abschluss der Übernahme keine chinesischen Anteilseigner mehr haben werde, seine Aktivitäten in China einstelle und alle formellen Verbindungen zu dem Land abbreche.

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Ein Meta-Sprecher betonte, es werde „kein weiteres chinesisches Eigentumsinteresse“ an dem Unternehmen geben.

Eingliederung ins Imperium

Meta erklärte, Manus werde operativ eigenständig bleiben, während seine KI-Agenten in Produkte wie Facebook, Instagram und WhatsApp integriert werden, in denen Meta AI bereits verfügbar ist.

Sollte diese Strategie aufgehen, könnte Manus eine neue Generation autonomer digitaler Assistenten ermöglichen – und einen weiteren Meilenstein in Zuckerbergs wachsendem KI-Imperium markieren.

Quellen: Wall Street Journal; Nikkei Asia; Unternehmensangaben

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