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Jugendliche wegen mutmaßlichen digitalen Kindesmissbrauchs im Visier der Ermittler: Online-Netzwerk weiterhin aktiv

Europol headquarters + guy on laptop
OSeveno, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons + Shutterstock (combined by AI)

Die dunkelsten Ecken des Internets bleiben nicht immer auf die digitale Welt beschränkt. Für Familien ist es eine ständige Herausforderung, die Online-Aktivitäten ihrer Kinder im Blick zu behalten. Nun ermitteln die Behörden gegen zwei Jugendliche, denen schwere Straftaten in einem internationalen Online-Netzwerk vorgeworfen werden.

Zwei Jugendliche in Dänemark sehen sich schwerwiegenden strafrechtlichen Vorwürfen gegenüber. Sie sollen eine sadistische Online-Gruppe geleitet und ein junges Mädchen dazu gezwungen haben, sich vor laufender Kamera selbst zu verletzen.

Laut dem dänischen Rundfunksender DR soll der Missbrauch zehn Monate angedauert haben. Er begann Ende 2024 und endete schließlich im Oktober 2025.

Zum damaligen Zeitpunkt waren die beiden Verdächtigen 16 und 17 Jahre alt. Das betroffene Mädchen war jünger als zwölf Jahre. Gegen die Jugendlichen wird wegen des Verdachts der digitalen Vergewaltigung, der Nötigung und der Verbreitung expliziter Inhalte ermittelt.

Mutmaßliche Anführer eines Online-Netzwerks

Die Verdächtigen sollen ein internationales Netzwerk namens „1414“ betrieben haben. Im Internet verbargen sie ihre Identitäten demnach hinter den Pseudonymen „Chax“ und „Saw“.

Europol bestätigte gegenüber DR, dass zwei Jugendliche aus Dänemark die Gruppe gegründet haben sollen. Auch die Vorwürfe der digitalen Vergewaltigung sind der europäischen Polizeibehörde bekannt. Nach Angaben der Ermittler wurden in dem Netzwerk regelmäßig Videos von Vandalismus und Tierquälerei verbreitet.

Seit den ersten Festnahmen ist mittlerweile mehr als ein Jahr vergangen. Dennoch setzt die Polizei im Westen des Großraums Kopenhagen ihre Ermittlungen fort.

Die beiden Verdächtigen befinden sich derzeit nicht in Untersuchungshaft. Warum sich das Verfahren so lange hinzieht, wollten die Behörden nicht erläutern.

Beschuldigte bestreiten die Vorwürfe

Beide Jugendlichen bestritten die Vorwürfe bei einer Anhörung im vergangenen Jahr. Sie erklärten, nicht schuldig zu sein.

Rechtsanwältin Kristina Marstrand vertritt den jüngeren der beiden Beschuldigten. Er soll unter dem Pseudonym „Saw“ im Netzwerk aktiv gewesen sein.

In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber DR wies Marstrand die Darstellungen in den Medien zurück. „Mein Mandant bestreitet, dass diese Annahmen der Wahrheit entsprechen“, schrieb sie.

Sie betonte außerdem, dass bislang keine formelle Anklage erhoben worden sei. „Die Polizei hat den Fall untersucht, aber bisher keinen Grund gefunden, Anklage gegen meinen Mandanten zu erheben“, fügte Marstrand hinzu.

Netzwerk weiterhin aktiv

Der ältere Verdächtige ist inzwischen 18 Jahre alt. Sein Anwalt erklärte, dass er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe weiterhin bestreite.

Das Netzwerk selbst ist unterdessen nicht verschwunden. Reporter von DR beobachten seit Mai 2026 Hunderte von Telegram-Chatgruppen. Dabei stellten sie kürzlich fest, dass der Nutzer „Chax“ weiterhin online aktiv ist.

Die Journalisten kontaktierten die Person hinter dem Profil „Chax“ direkt. Der Nutzer antwortete, dass er „keine Fragen von Journalisten beantworten möchte“.

Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass der andere mutmaßliche Anführer weiterhin online aktiv ist. Die polizeilichen Ermittlungen dauern jedoch an.