Drohendes Desaster: EU-Mercosur-Deal vor dem Aus?

Geschrieben von Olivia Rosenberg

Foto: Shutterstock
Foto: Shutterstock
Steht Europas ambitioniertester Handelsdeal vor dem Scheitern?

Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten – Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay – steht kurz vor dem Scheitern. 

Dieser Pakt, der seit 20 Jahren in der Verhandlung ist, könnte nur wenige Tage vor der endgültigen Unterzeichnung platzen. Laut einem Bericht der Welt ist ein wichtiger europäischer Staatschef nicht abgeneigt, den Deal zu stoppen.

Im Sommer 2019, fast genau 20 Jahre nach Beginn der Gespräche, schien eine Einigung in greifbarer Nähe. 

Die Spitzenpolitiker der EU und Südamerikas unterzeichneten ein Freihandelsabkommen, das einen gemeinsamen Markt mit mehr als 700 Millionen Konsumenten schaffen sollte. 

Doch bis heute ist das Abkommen nicht in Kraft getreten. Die EU forderte strengere Vorschriften zum Schutz der Regenwälder und wollte einige Klauseln nachverhandeln. Die geplante Verabschiedung einer neuen Fassung in Brasilien am 7. Dezember scheint nun unwahrscheinlich.

Die EU-Kommission hat bereits große Fortschritte bei der Integration von Klimaschutz in die Verträge gemacht, aber das Ende der Gespräche bleibt ungewiss. 

Spanien, einer der stärksten Befürworter des Abkommens, hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne und treibt die Verhandlungen voran. 

Jedoch könnte der bevorstehende Wechsel der Ratspräsidentschaft zu Belgien im Januar die Dynamik ändern. Ein Scheitern des Abkommens könnte vor allem China zugutekommen, da der Mercosur-Deal die EU unabhängiger von Peking machen würde.

Die französische und irische Agrarlobby betrachten das Abkommen kritisch, und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bereits angedeutet, dass die Umweltstandards im Abkommen nicht ausreichen. 

Ein Veto von Frankreich könnte das gesamte Abkommen gefährden, was nach Meinung deutscher Experten bedauerlich wäre.