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Ein neues „Alligator-Alcatraz“: Israelischer Minister erwägt Einsatz von Nilkrokodilen zur Verhinderung von Gefängnisausbrüchen

Nile crocodile
Miroslav Srb / Shutterstock.com

Der Vorschlag hat heftige Kritik von Umweltbehörden hervorgerufen.

Sie erinnern sich vielleicht an den Begriff „Alligator-Alcatraz“.

Dieser Begriff beschreibt ein umstrittenes temporäres Einwanderungshaftlager in den Everglades im Süden Floridas.

Es wurde gebaut, um bis zu 3.000 Häftlinge unterzubringen, und der Spitzname „Alligator-Alcatraz“ rührt daher, dass die Einrichtung von Sümpfen umgeben ist, in denen es von Krokodilen und Alligatoren wimmelt, was Fluchtversuche lebensgefährlich macht.

Nun scheint Israel die Idee übernommen zu haben, Alligatoren und Krokodile einzusetzen, um Häftlinge am Entweichen zu hindern.

Neuer Rechtsstatus

Laut Deutsche Welle hat Israels Umweltschutzministerin Idit Silman Nilkrokodile offiziell neu eingestuft.

Anstatt streng als Wildtiere gelistet zu sein, fallen die gefährlichen Reptilien nun unter die Kategorie der „kultivierten Wildtiere“.

Diese kleine Änderung der Formulierung hat weitreichende Konsequenzen für den nationalen Strafvollzug. Im Rahmen des aktualisierten Regelwerks können zugelassene Sicherheitsbehörden die großen Raubtiere legal halten und einsetzen, sofern sie eine offizielle Genehmigung der Regierung erhalten und Umweltauflagen erfüllen.

Eine Behörde, die nun in der Lage ist, diese Genehmigung zu beantragen, ist der israelische Gefängnisdienst. Die Abteilung untersteht direkt dem rechtsextremen Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, der aggressive Überwachungsmaßnahmen im gesamten Strafvollzugssystem des Landes aktiv gefördert hat.

Pläne für das Gefängnis Ketziot

Israelische Medien berichteten, dass Ben-Gvir beabsichtigt, die Reptilien rund um das Gefängnis Ketziot in Südisrael zu platzieren. Die Wüsteneinrichtung beherbergt hauptsächlich palästinensische Sicherheitsgefangene.

Der Vorschlag kam erstmals im Dezember auf. Ben-Gvir bewarb die Strategie kürzlich direkt bei seinen Anhängern:

„Denken Sie über einen Fluchtversuch nach? Überlegen Sie es sich gut“, postete Ben-Gvir auf Facebook und fügte der Nachricht ein KI-generiertes Bild von sich bei, auf dem er ein Krokodil an der Leine hält.

Spott und Risiko

Doch der Plan stößt auf starken Widerstand von Umweltbehörden. Israels Kanal 13 berichtete, dass die israelische Natur- und Parkbehörde sich gegen den Vorschlag aussprach, sobald Ben-Gvir ihn im vergangenen Jahr ins Spiel gebracht hatte.

Naturschutzbeamte bestanden darauf, dass ungezähmte Tiere ausschließlich in Forschungsumgebungen oder Bildungsprogramme gehören. Sie verwiesen auch auf frühere Vorfälle, bei denen gefangene Krokodile aus ihren Gehegen ausbrachen und erhebliche Sicherheitsrisiken für Anwohner schufen.

Der interne Widerstand scheint ebenso stark zu sein. Kanal 13 berichtete, dass mehrere Beamte des israelischen Gefängnisdienstes die kontroverse Idee mit offenem Spott aufnahmen, als die Führung sie ursprünglich vorlegte.