Erdogan erklärt, dass Gespräche mit Netanyahu nicht mehr möglich sind: "Wir haben ihn ausradiert"

04/11/2023 18:50

Peter Zeifert

Welt
Foto: Shutterstock.com
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Erdogan erklärt, dass Gespräche mit Netanyahu nicht mehr möglich sind: "Wir haben ihn ausradiert"

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat verkündet, dass eine Kommunikation mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu für ihn nicht länger möglich sei.

Diese Entscheidung begründet er mit den jüngsten Militäraktionen im Gazastreifen. Erdogan teilte diese Ansicht Journalisten auf dem Rückflug von einem Gipfeltreffen in Kasachstan mit, wie es in türkischen Medienberichten heißt laut Time of Israel.

Erdogan nahm eine entschiedene Haltung ein und äußerte:

„Netanyahu ist nicht mehr jemand, mit dem wir sprechen können. Wir haben ihn ausradiert und weggeworfen.“

Trotz dieser scharfen Worte betonte Erdogan, dass der türkische Außenminister und der Chef des Nachrichtendienstes den Dialog sowohl mit israelischen Vertretern als auch mit der Hamas und anderen palästinensischen Gruppierungen fortsetzen würden.

Die Äußerungen Erdogans erfolgen nach einer israelischen Offensive gegen die Hamas, die nach einem Angriff am 7. Oktober eingeleitet wurde und bei dem schätzungsweise 1.400 Menschen, größtenteils Zivilisten, ums Leben kamen.

Diese militärische Reaktion hat zu einer Verschärfung von Erdogans Kritik geführt und jegliche Annäherung zwischen der Türkei und Israel, zwischen denen seit über einem Jahrzehnt meist angespannte Beziehungen herrschen, zunichtegemacht.

Erdogan bekräftigte zudem die mögliche Rolle der Türkei als Garantiemacht in einem zukünftigen, langfristigen Friedensabkommen zwischen Israel und Palästina und zog Parallelen zum Garantiestatus der Türkei auf Zypern gemäß dem Vertrag von 1960. Er gab an, dass Ankara aktiv nach Lösungen suche und Strategien zur Friedensfindung in der Region entwickle.

Erdogan kritisierte auch die Unterstützung Israels durch die internationale Gemeinschaft, insbesondere warf er dem Westen und den Vereinigten Staaten vor, sich auf die Seite Israels zu stellen. Er gab zu bedenken, dass von der Europäischen Union keine faire Haltung gegenüber der Situation im Gazastreifen zu erwarten sei.