Startseite Welt Es verstaubte in einem Regal – hunderte Millionen wert

Es verstaubte in einem Regal – hunderte Millionen wert

Es verstaubte in einem Regal – hunderte Millionen wert

Es war als Replik gekennzeichnet. Jahre später urteilte der Markt anders.

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Eine kurze Fernseheinschätzung schien einst das Schicksal einer chinesischen Vase zu besiegeln. Als Kopie abgetan, fand sie über Jahrzehnte hinweg kaum Beachtung.

Dieses Urteil stand später in scharfem Kontrast dazu, wie das Objekt schließlich vom globalen Kunstmarkt behandelt wurde.

Branchenbeobachter sagen, sein Wiederauftauchen veranschauliche, wie sich Fachwissen, Informationszugang und die Nachfrage von Sammlern im Laufe der Zeit erheblich verändern können.

Eine frühe Fehleinschätzung

Rund 40 Jahre vor ihrem Verkauf wurde die Vase in der BBC-Antiksendung Going For A Song vorgestellt. Nach Angaben von Bainbridge Auctioneers wurde dem Eigentümer damals gesagt, es handle sich um „eine sehr gute Reproduktion“.

Zu jener Zeit arbeiteten solche Sendungen mit begrenztem Vergleichsmaterial und hatten nur minimalen Zugang zu chinesischen kaiserlichen Archiven.

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Auktionsspezialisten zufolge waren fehlerhafte Einschätzungen asiatischer Keramik weit verbreitet, insbesondere bei Werken, die in späteren Epochen in großem Umfang kopiert worden waren.

Diese Schlussfolgerung führte dazu, dass das Objekt jahrzehntelang außerhalb ernsthafter wissenschaftlicher oder kommerzieller Aufmerksamkeit blieb.

Kaiserlicher Wert

Spätere Untersuchungen identifizierten die Vase als ein Werk aus der Zeit um 1740, während der Regierungszeit des Qing-Kaisers Qianlong.

Kunsthistoriker weisen darauf hin, dass Porzellan aus dieser Epoche unter strenger Aufsicht des Hofes gefertigt wurde und für seine technische Raffinesse bekannt ist.

Nach Angaben von Wirtualna Polska sind Werke aus der Qianlong-Zeit zunehmend wertvoll geworden, da chinesische Sammler miteinander konkurrieren, um kaiserliche Artefakte zu erwerben, die ins Ausland gelangt sind. Dieser Trend hat die Auktionsergebnisse in ganz Europa verändert.

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Vergleichbares Qianlong-Porzellan erzielte in London und Paris bereits Preise in zweistelliger Millionenhöhe, auch wenn solche Verkäufe die Ausnahme bleiben.

Als die Vase aus einem privaten britischen Haushalt auftauchte und 2012 in den Katalog von Bainbridge Auctioneers in Ruislip aufgenommen wurde, waren die Erwartungen begrenzt; die Schätzung vor der Auktion lag zwischen 800.000 und 1,2 Millionen Pfund.

Stattdessen dauerte das Bieten rund 30 Minuten und endete bei 53 Millionen Pfund.

Bainbridge Auctioneers erklärten, der erfolgreiche Bieter sei ein Sammler aus Peking gewesen, der eine öffentliche Stellungnahme ablehnte.

Der Preis reihte den Verkauf unter die teuersten Transaktionen chinesischer Keramik ein, die jemals in Europa stattgefunden haben.

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Lehren für den Markt

Auktionsspezialisten verwiesen später auf das Ergebnis als Beispiel dafür, wie Fortschritte bei Forschungsstandards langjährige Fehlklassifizierungen revidieren können.

Erweiterte Provenienzdatenbanken, ein verbesserter Zugang zu Museumssammlungen und internationale Forschung haben den Spielraum für Fehler verringert, auch wenn weiterhin Risiken bestehen.

Nach Ansicht von Auktionsfachleuten wurde der Verkauf innerhalb der Branche nicht als emotionale Anomalie betrachtet, sondern als Marktkorrektur, die durch aktualisiertes Wissen und anhaltende Nachfrage getragen wurde.

Quellen: Wirtualna Polska

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