Krankenkassen-Überweisungen in die Türkei: Empörung und Fakten

Geschrieben von Olivia Rosenberg

Foto: Shutterstock
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Versteckte Wahrheit hinter den Krankenkassen-Zahlungen.

In Deutschland sorgt die Praxis der gesetzlichen Krankenversicherung, Gelder für die Behandlung von Familienangehörigen von Zuwanderern ins Ausland zu überweisen, für Aufregung. 

Seit 2020 wurden fast 90 Millionen Euro, hauptsächlich in die Türkei, überwiesen. Viele Bürger sehen darin einen Skandal. Ein Beitrag auf der Plattform „X“ löste heftige Reaktionen aus, in denen die Praxis als „Wahnsinn“ und „Irrsinn“ bezeichnet wurde. 

Ein Nutzer behauptete sogar, dies sei einer der Gründe für die ständig steigenden Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. 

FOCUS Online hat recherchiert und festgestellt, dass die Überweisungen an Krankenversicherungen im Ausland im Vergleich zu den Gesamtausgaben der GKV verschwindend gering sind. 

Die Zahlungen beruhen auf einem 60 Jahre alten Abkommen, das im Rahmen der Anwerbung von Gastarbeitern aus der Türkei geschlossen wurde. 

Die Bundesregierung hält an diesem Abkommen fest, da es keine Mehrbelastungen, sondern sogar Einsparungen für die deutsche Krankenversicherung bedeutet.