Kriegsverbrechen-Ermittlung: Russische Truppen exekutieren ukrainische Soldaten, die sich ergeben wollen

Geschrieben von Peter Zeifert

3 Wochen vor

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03/05/2024
Foto: Shutterstock.com
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Russische Truppen sollen sich nachweislich ukrainische Soldaten, die sich ergeben wollten, hingerichtet haben.

Human Rights Watch berichtet von mehreren Vorfällen, bei denen russische Soldaten angeblich kapitulierende ukrainische Soldaten exekutiert haben sollen. Diese Handlungen könnten Kriegsverbrechen darstellen.

Ein besonders beunruhigendes Ereignis, das am 25. Februar mit einer Drohne gefilmt wurde, zeigt mindestens sieben ukrainische Soldaten, die einen Unterschlupf verlassen, ihre Schutzausrüstung ablegen und sich auf den Boden legen.

Trotz ihrer eindeutigen Kapitulationsabsicht richteten fünf russische Soldaten, erkennbar an ihren Uniformen, ihre Waffen auf die Ukrainer. Das Filmmaterial zeigt dann, wie drei russische Soldaten auf die unbewaffneten Ukrainer schießen.

Dieses Filmmaterial wurde zusammen mit anderen ähnlichen Videos von Human Rights Watch verifiziert und analysiert.

Die genauen Orte von zwei von drei in diesen Videos gezeigten Vorfällen wurden identifiziert, was die Kapitulationsversuche der ukrainischen Soldaten eindeutig belegt.

Seit Anfang Dezember 2023 hat Human Rights Watch die Hinrichtung von mindestens 15 bis 21 ukrainischen Soldaten dokumentiert, die sich den russischen Truppen ergeben wollten.

Nach Angaben der Organisation sollten diese Fälle als Kriegsverbrechen untersucht werden, da sie gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen, das die Hinrichtung kapitulierender oder verwundeter Soldaten strikt verbietet.

„Seit Beginn der russischen Großinvasion in der Ukraine haben die russischen Truppen zahlreiche schwere Kriegsverbrechen begangen. Die Hinrichtung kapitulierender und verwundeter Soldaten ist nach dem humanitären Völkerrecht kategorisch verboten und trägt zum traurigen Erbe dieses Konflikts bei“, erklärte Belkis Wille, stellvertretende Direktorin der Abteilung Krisen und Konflikte bei Human Rights Watch.