Künstler legt Berufung gegen Urteil über kontroverses Kunstwerk "Take the Money and Run" ein

27/09/2023 10:46

Peter Zeifert

Welt
Foto: Shutterstock.com
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Künstler legt Berufung gegen Urteil über kontroverses Kunstwerk "Take the Money and Run" ein.

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In der Kunstwelt kann die Grenze zwischen Kreativität und Recht manchmal verschwimmen. Der dänische Künstler Jens Haaning fand sich im Zentrum einer solchen Kontroverse wieder, als er beschloss, das Geld, das eigentlich Teil seines Kunstwerks sein sollte, wortwörtlich zu nehmen.

Letzte Woche urteilte ein Kopenhagener Gericht, dass Haaning fast eine halbe Million Dänische Kronen (ungefähr 67.000 Euro) an das Kunstmuseum in Aalborg zurückzahlen muss. Das Geld wurde ihm ursprünglich geliehen, um zwei Kunstwerke zu schaffen, die Bargeld in Bilderrahmen enthalten sollten.

Diese sollten das durchschnittliche Jahresgehalt in Österreich und Dänemark darstellen. Haaning entschied sich jedoch, das Geld zu behalten und lieferte stattdessen leere Rahmen. Sein Anwalt, Peter Schønning, hat angekündigt, dass sie das Urteil anfechten werden.

Das Kunstmuseum hatte Haaning gebeten, zwei seiner früheren Werke für eine Ausstellung im Herbst 2021 nachzubilden. Diese ursprünglichen Werke enthielten echtes Geld in Rahmen, um das durchschnittliche Jahresgehalt in Österreich und Dänemark darzustellen.

Das Geld für die ursprünglichen Kunstwerke wurde von Banken geliehen und später zurückgegeben, wodurch die Kunstwerke nicht mehr existierten. Um sie nachzubilden, stellte das Museum Haaning neues Bargeld zur Verfügung.

Bei der Lieferung waren die Rahmen jedoch leer, und Haaning informierte das Museum, dass er sich für ein anderes Werk mit dem Titel "Take the Money and Run" entschieden hatte.

Während das Berufungsverfahren beginnt, beobachten sowohl die Kunstwelt als auch Rechtsexperten gespannt, wie sich dieser einzigartige Fall entwickelt.

Er stellt nicht nur die Grenzen künstlerischen Ausdrucks in Frage, sondern rückt auch die rechtlichen Verpflichtungen von Künstlern in den Fokus, wenn sie an Auftragsarbeiten beteiligt sind.