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Mysteriöser Wetter gewinnt rund 370.000 Euro nach verdächtiger Wette auf Maduras Festnahme

Dollars, money rain
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Der plötzliche politische Schock in Venezuela hat weit über diplomatische Kreise hinaus Aufmerksamkeit erregt.

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Ein einzelnes Online-Wettkonto platzierte eine Reihe auffallend gut getimter Wetten, die nun sowohl Analysten als auch Nutzer sozialer Medien stutzig machen.

Zeitpunkt, Umfang und Schwerpunkt der Einsätze haben Fragen aufgeworfen, wie viel der Wetter möglicherweise im Voraus wusste.

Ungewöhnliche Wetten

Nach Angaben von News.ro meldeten Experten eine Gruppe verdächtiger Wetten auf dem Prognosemarkt Polymarket, die kurz vor einer von den USA geführten Operation in Venezuela platziert wurden.

Der namentlich nicht genannte Nutzer setzte hohe Beträge darauf, dass Präsident Nicolás Maduro noch vor Ende Januar die Macht verlieren würde. Das Konto schien neu zu sein, die erste Aktivität datierte vom 27. Dezember.

Die Wetten fielen auf, weil sie sich fast ausschließlich auf zwei Szenarien konzentrierten: einen schnellen Machtverlust Maduros oder ein direktes Eingreifen der US-Streitkräfte, berichtete Le Figaro.

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Wachsende Zuversicht

Der Wetter begann vorsichtig und setzte zunächst rund 90 Euro auf eine US-Operation vor dem 31. Januar, gefolgt von etwa 115 Euro auf Maduras Abgang bis zu diesem Datum.

Zum Jahreswechsel nahm das Vertrauen offenbar deutlich zu. Zwischen dem 1. Januar um 23:57 Uhr GMT und dem 3. Januar um 2:58 Uhr GMT setzte der Nutzer insgesamt rund 29.000 Euro darauf, dass Maduro noch im selben Monat sein Amt verlieren würde.

Zu diesem Zeitpunkt wurden Anteile für ein „Ja“-Ergebnis zu lediglich sieben oder acht Cent gehandelt, was darauf hindeutete, dass der Markt dieses Szenario als unwahrscheinlich einschätzte.

Ein lukratives Ergebnis

Die Festnahme von Nicolás Maduro am Samstag, dem 3. Januar, verwandelte diese Wetten in eine erhebliche Auszahlung.

Der Nutzer erhielt rund 400.000 Euro aus einem Gesamteinsatz von etwa 30.000 Euro und erzielte damit einen Gewinn von deutlich über 370.000 Euro.

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Die Verluste beliefen sich auf knapp 5.500 Euro bei kleineren Wetten im Zusammenhang mit einer Invasion Venezuelas oder einer formellen Kriegserklärung.

Aufgeworfene Fragen

Nutzer im Internet machten die Transaktionen schnell öffentlich und stellten infrage, ob der Wetter möglicherweise Zugang zu vertraulichen Informationen hatte, insbesondere angesichts der fehlenden Vorgeschichte des Kontos.

US-Behörden erklärten später, die Operation in Venezuela sei seit mehreren Monaten vorbereitet worden und für die Feiertage geplant gewesen, vorbehaltlich günstiger Wetterbedingungen.

Polymarket wurde von mehreren US-Medien, darunter The Verge und Axios, kontaktiert, um zu klären, ob die Wetten den Plattformregeln entsprachen, reagierte jedoch nicht.

Quellen: News.ro, Le Figaro, The Verge, Axios, Digi24

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