Orbán behauptet, Europa bereite sich auf Krieg gegen Russland vor

Peter Zeifert

3 Wochen vor

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24/05/2024
Welt
Foto: Lev radin / Shutterstock.com
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Der ungarische Premierminister Viktor Orbán warnt, dass Europa sich auf einen Krieg gegen Russland vorbereite und sorgt damit für Kontroversen auf dem gesamten Kontinent.

Europa rüste sich für einen Krieg gegen Russland, behauptet der ungarische Premierminister Viktor Orbán.

Diese kühne Aussage, die von der staatlich kontrollierten russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti gemeldet wurde, hat auf dem ganzen Kontinent für Aufregung gesorgt.

Orbáns kühne Behauptung

Unter Berufung auf Aussagen westlicher Politiker und Journalisten argumentiert Orbán, dass Europa kurz davor stehe, in den Konflikt einzutreten.

„Vor den beiden Weltkriegen verbrachten die Medien viel Zeit damit, den Kriegseintritt vorzubereiten. Ich glaube, dass dies auch heute der Fall ist“, sagt er.

Er fügt hinzu: „Wir können mit Sicherheit sagen, dass Europa sich darauf vorbereitet, in den Krieg zu ziehen.

Widerspruch zu westlichen Führern

Während Orbán darauf besteht, dass der Westen auf einen Konflikt zusteuere, behauptet er auch, dass Russland kein NATO-Land angreifen werde.

Laut Orbán sei die Rede von einer „russischen Bedrohung“ ein westliches Manöver im Rahmen der Kriegsvorbereitungen. Diese Haltung steht in scharfem Kontrast zu anderen westlichen Führern, die glauben, dass Russland seine Offensive ausweiten werde, wenn es in der Ukraine erfolgreich sei.

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat gewarnt, dass Russland die NATO bis 2026 oder 2027 angreifen werde, falls es seine Ziele in der Ukraine erreiche.

In einem Interview mit CNBC bezog sich Duda auf deutsche Geheimdienstinformationen, wonach der russische Präsident Wladimir Putin seine Bemühungen um eine Kriegswirtschaft verstärke, die auf einen Angriff auf die NATO abziele.

Ein umstrittener Verbündeter in der EU

Orbán wird oft als Putins „bester Freund in der EU“ bezeichnet.

Unter seiner Führung hat Ungarn wiederholt westliche Waffenlieferungen an die Ukraine und Sanktionen gegen Russland kritisiert und abgelehnt.

Orbán hat die Stärkung der Beziehungen zu Russland und China priorisiert, manchmal auf Kosten der Beziehungen Ungarns zur EU.

Im April 2023 unterzeichnete Ungarn ein neues Gasabkommen mit Russland. Jüngst, im Februar 2024, kündigte Ungarn Pläne an, seine Sicherheitskooperation mit China zu vertiefen, was auf eine bedeutende Verschiebung seiner außenpolitischen Prioritäten hinweist.