Peinliche Szenen im russischen Fernsehen: So sieht die Grenze aus

Jasper Bergmann

33 Wochen vor

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27/11/2023
Welt
Foto: X
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Peinliche Szenen im russischen Fernsehen.

Russische Propaganda greift oft zu Verhaltensweisen, die weit entfernt von hohen journalistischen Standards sind. Im russischen Fernsehen wurde eine Karte gezeigt, die eine markierte Route von St. Petersburg nach Helsinki über den einzigen offenen Grenzübergang zeigt. Hier ist das Ergebnis.

Die Russen benutzen erneut Menschen als lebende Munition. Dieses Mal schicken sie Migranten an die Grenzen Finnlands und Estlands.

Dramatische Bilder tauchen online auf

Auf der russischen Seite sieht man Gruppen von Migranten, ausgestattet mit Fahrrädern und Rollern, die sich bei etwa -20 Grad Celsius den Grenzpunkten nähern.

Die finnischen Behörden wissen jedoch, dass dieser plötzliche Druck auf die Grenze vom Kreml inszeniert wird. Daher wurde eine dramatische Entscheidung getroffen. Zuerst wurden vier Grenzübergänge in Karelien geschlossen. Die Finnen verstärkten die Sicherheit entlang der Grenze.

Dann wurden weitere vier Übergänge geschlossen. Einer bleibt - der Übergang Raja-Jooseppi in finnisch Lappland, gelegen in der Arktiszone. Die Situation bleibt jedoch sehr angespannt.

Am Freitag definierte der finnische Premierminister Petteri Orpo die Aktionen der Russen klar als hybriden Angriff. Seit November, als Migranten ohne die erforderlichen Dokumente intensiv aus Russland zu kommen begannen, sind etwa 800 Personen angekommen, die meisten davon in den letzten zwei Wochen.

Ebenfalls am Freitag gab die finnische Regierung bekannt, dass neue Einwanderer in Asylzentren aufgenommen werden. Dort werden sie die notwendigen Identifikationsverfahren durchlaufen. Die Behörden werden prüfen, ob sich gefährliche Personen unter ihnen befinden.

Russland verspottet die Krise an der Grenze zu Finnland Die Russen sind völlig unbeeindruckt von der Krise an der Grenze zu Finnland. Sie testen ihre Werte in Bezug auf Menschenrechte.

Im russischen Propagandafernsehen nimmt niemand das Schicksal der Migranten, die als Waffe eingesetzt werden, ernst. Dies wird perfekt durch eine Aufnahme illustriert, die von Anton Heraschtschenko, einem Berater des ukrainischen Außenministers, gepostet wurde.

Die Russen haben eine Route von St. Petersburg nach Helsinki festgelegt, die aufgrund der aktuellen Situation an der Grenze derzeit genommen werden muss. Auf diese Weise zeichneten sie ein "Glied", das sie ohne zu zögern im Fernsehen zeigten.

Der Moderator erklärte, dass die Finnen, die auf die künstlich und zynisch vom Kreml herbeigeführte Grenzkrise reagieren und die Grenze schließen, "die Gunst Washingtons gewinnen wollen".