TrumpRx soll Arzneipreise senken.
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Steigende Preise prägen seit Monaten die politische Debatte in den USA. Besonders Gesundheitskosten gelten für viele Haushalte als schwer kalkulierbar.
Nun stellt die Regierung in Washington ein neues digitales Angebot vor, das Entlastung verspricht, aber auch Fragen aufwirft.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP hat die Trump-Regierung am Donnerstag die Website TrumpRx freigeschaltet. Ziel sei es, Verbrauchern den Zugang zu günstigeren Preisen für verschreibungspflichtige Medikamente zu erleichtern.
Präsident Donald Trump präsentierte das Projekt bei einem kurzen Auftritt im Weißen Haus. „Sie werden ein Vermögen sparen“, sagte er laut AP und erklärte, das Projekt sei auch gut für das gesamte Gesundheitssystem.
Was die Plattform bietet
TrumpRx ist nicht als Verkaufsstelle konzipiert. Stattdessen verweist die staatlich betriebene Website Nutzer auf die Direktvertriebsseiten von Pharmaunternehmen, wo Medikamente unmittelbar bestellt werden können, wie AP berichtet.
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Ergänzend stellt die Plattform Rabattcoupons zur Verfügung, die in Apotheken eingelöst werden sollen. Zum Start sind mehr als 40 Arzneimittel aufgeführt, darunter auch stark nachgefragte Präparate zur Gewichtsreduktion wie Ozempic und Wegovy.
Angezeigt wird jeweils der Preis ohne Versicherungsschutz. Die Seite weist darauf hin, dass Versicherte oder Nutzer von Generika unter Umständen geringere Kosten haben könnten.
Kosten als Wahlthema
Hohe Ausgaben für Medikamente, Wohnen und Energie beschäftigen viele Amerikaner. Laut AP sieht die Regierung die Bezahlbarkeit solcher Grundkosten als zentrales politisches Thema vor den Zwischenwahlen im November.
Trump stellt TrumpRx als Beleg für die Bemühungen seiner Regierung dar, steigende Preise zu bekämpfen. Er erklärte, die niedrigeren Preise seien durch seinen Druck auf Pharmaunternehmen zustande gekommen.
Dabei habe er verlangt, dass Medikamente in den USA nicht teurer sein dürften als in anderen Industrieländern. „We’re tired of subsidizing the world“, sagte Trump bei der Vorstellung.
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Zweifel und deutliche Töne
Wie groß der tatsächliche Spareffekt für Verbraucher sein wird, ist unklar. Arzneimittelpreise in den USA hängen laut AP stark von Versicherungsmodellen, Marktstrukturen und der Konkurrenz zwischen Herstellern ab.
Der Leiter der US-Gesundheitsbehörde CMS, Dr. Mehmet Oz, äußerte sich dennoch sehr optimistisch. Günstigere Preise für Abnehmmedikamente könnten enorme gesundheitliche Auswirkungen haben, sagte er. Auch bei Fruchtbarkeitsmedikamenten erwarte er landesweite Effekte.
Trump hatte TrumpRx bereits im vergangenen Herbst angekündigt. Der Start verzögerte sich mehrfach.
Quelle: AP