Polens dunkles Erbe: Antisemitismus weiterhin tief verwurzelt

Geschrieben von Olivia Rosenberg

25 Wochen vor

|

19/12/2023
Welt
Foto:X/@patrykmichalski
Foto:X/@patrykmichalski
Polens Kampf mit dem Antisemitismus.

In Polen hat ein rechtsextremer Politiker einen antisemitischen Angriff im Sejm, dem polnischen Parlament, verübt, was zu gemischten Reaktionen in der Bevölkerung geführt hat.

Während viele Menschen schockiert sind, gibt es auch Unterstützung für den Täter. Dieser Vorfall beleuchtet das langanhaltende Problem des Antisemitismus in Polen.

Laut einem Bericht von Tagesschau griff der rechtsextreme Abgeordnete Grzegorz Braun eine Chanukkazeremonie mit einem Feuerlöscher an, was zu einer sofortigen und eindeutigen Reaktion der anderen Abgeordneten führte. 

Braun wurde von der Sitzung ausgeschlossen und eine Geldstrafe verhängt. 

Bemerkenswert ist jedoch, dass innerhalb weniger Stunden mehr als 11.000 Euro an Spenden für Braun eingingen, um seine Strafe zu bezahlen, was auf eine gewisse Unterstützung für antisemitische Haltungen in der Bevölkerung hindeutet.

Antisemitismus hat in Polen eine lange Geschichte. 

Michał Bilewicz, Leiter des Zentrums für Vorurteilsforschung an der Universität Warschau, stellt fest, dass etwa 40 Prozent der Menschen in Polen glauben, dass Juden heimlich Pläne schmieden, um Macht über Finanzinstitute und die Politik zu erlangen. 

Diese Haltung ist tief in der polnischen Gesellschaft verwurzelt und wird auch in der Politik sichtbar.

Der Vorfall und die Reaktionen darauf zeigen, dass Antisemitismus in Polen nach wie vor ein ernstes Problem ist. Es wirft Fragen über die Verantwortung der politischen Führung und der Gesellschaft im Umgang mit Hass und Vorurteilen auf.