Präsident Wladimir Putin nutzte einen traditionellen orthodoxen Weihnachtsgottesdienst, um Russlands Krieg in der Ukraine als heilige nationale Pflicht darzustellen.
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Wie Reuters berichtet, nahm Putin an einem Weihnachtsgottesdienst nach altem Kalenderstil in der Kirche des Heiligen Georg des Siegreichen nahe Moskau teil.
Das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest wird mit nächtlichen Gottesdiensten begangen, zu denen Gläubige aus mehreren Diözesen kommen.
Videoaufnahmen zeigten Putin in einem dunklen Anzug ohne Krawatte, stehend unter uniformierten Soldaten sowie deren Ehepartnern und Kindern, während Priester die Liturgie abhielten.
Während des Gottesdienstes fiel ein Christbaumschmuck vom Baum, den Putin aufhob und wieder aufhängte.
Sakrale Sprache
Nach dem Gottesdienst lobte Putin die russischen Truppen und stellte ihre Rolle in religiösen Begriffen dar.
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„Russlands Krieger haben diese Mission, als wäre es der Befehl des Herrn, stets erfüllt: das Vaterland und sein Volk zu verteidigen, das Vaterland und sein Volk zu retten“, sagte er.
„In Russland hat man die Krieger immer als jene angesehen, die, als wäre es der Befehl des Herrn, diese heilige Mission erfüllen“, fügte er hinzu.
Die Aussagen griffen langjährige Kreml-Narrative auf, die den Krieg als defensive und historisch begründete Auseinandersetzung darstellen.
Kirche und Staat
In einer zuvor auf der Website des Kremls veröffentlichten Weihnachtsbotschaft lobte Putin die russisch-orthodoxe Kirche sowie andere christliche Konfessionen dafür, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und Russlands historisches und kulturelles Erbe zu bewahren, berichtete Reuters.
Er sagte, religiöse Organisationen konzentrierten sich auf Barmherzigkeit und Nächstenliebe, leisteten Hilfe für Bedürftige und unterstützten Soldaten und Veteranen dessen, was Moskau als „spezielle militärische Operation“ bezeichnet.
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„Eine so wichtige und notwendige Arbeit verdient die aufrichtigste Anerkennung“, sagte Putin.
Kriegstradition
Putin nimmt seit dem Jahr 2000 regelmäßig an orthodoxen Weihnachtsgottesdiensten teil, häufig bei kleineren Zeremonien.
Vor dem Krieg fanden diese mitunter außerhalb Moskaus statt.
Seit Russlands Invasion in der Ukraine begeht er den Feiertag jedoch häufiger in der Nähe der Hauptstadt, unter anderem in seiner offiziellen Residenz in Nowo-Ogarjowo, wie Reuters berichtet.
Quelle: Reuters