Revolution in Südamerika: Javier Milei verspricht, alles zu ändern

20/11/2023 08:28

Olivia Rosenberg

Welt
Foto: Wikimedia Commons
Foto: Wikimedia Commons
Argentiniens radikaler Kurswechsel.

Meistgelesen heute

Argentinien erlebt eine politische Wende mit der Wahl von Javier Milei, einem Rechtspopulisten und selbsternannten Anarchokapitalisten, zum Präsidenten. Milei, der für die Partei La Libertad Avanza (Die Freiheit schreitet voran) antrat, erhielt 55,76 Prozent der Stimmen. Er setzte sich damit deutlich gegen den bisherigen Wirtschaftsminister Sergio Massa durch, der 44,23 Prozent erreichte. 

Sein Sieg signalisiert einen radikalen Bruch mit der über zwei Jahrzehnte andauernden Dominanz der linken Peronisten. Mileis umstrittene Agenda umfasst die Einführung des US-Dollars als offizielle Währung, die Abschaffung der Zentralbank und vieler Ministerien sowie Kürzungen bei den Sozialausgaben. 

Seine Wahl reflektiert die Unzufriedenheit vieler Argentinier mit der anhaltenden Wirtschaftskrise und dem politischen Establishment.

Milei nutzte die Wut der Bevölkerung mit radikaler Rhetorik und unkonventionellen Vorschlägen, wie der Liberalisierung des Waffenbesitzes, der Ablehnung des Rechts auf Abtreibung und der Leugnung des menschengemachten Klimawandels.

Die Umsetzung seiner Pläne könnte jedoch schwierig werden, da Milei im Parlament keine Mehrheit hat und sein Lager keinen Provinzgouverneur stellt. Zudem mangelt es ihm an qualifiziertem Personal für Schlüsselpositionen. Seine Gegner, die tief verwurzelten linken Peronisten, könnten seine Amtszeit erschweren.

Mileis Sieg löste international gemischte Reaktionen aus: Während Donald Trump ihm gratulierte, kritisierte der kolumbianische Staatschef Gustavo Petro ihn scharf. Mileis Präsidentschaft könnte weitreichende Auswirkungen auf Argentinien und die politische Landschaft Lateinamerikas haben, so die Einschätzung der Tagesschau.