Russland beschlagnahmt Vermögen deutscher Banken

Geschrieben von Olivia Rosenberg

3 Wochen vor

|

21/05/2024
Welt
Foto: 4kclips / Shutterstock.com
Foto: 4kclips / Shutterstock.com
Bau eines Gasterminals als Hintergrund.

Die russische Justiz hat die Beschlagnahmung von Vermögenswerten mehrerer westeuropäischer Banken angeordnet, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank. 

Laut einem Bericht der Tagesschau betrifft dies bei der Deutschen Bank bis zu 238 Millionen Euro an Wertpapieren, Immobilien und Guthaben. 

Bei der Commerzbank geht es um Vermögenswerte im Umfang von 93,7 Millionen Euro, darunter auch das Gebäude der Bank im Zentrum Moskaus.

Hintergrund der Beschlagnahmung ist der geplante Bau einer Gasverarbeitungsanlage im russischen Ostsee-Hafen Ust-Luga durch den Linde-Konzern. 

An der Finanzierung des Projekts sollten sich beide Institute beteiligen. Aufgrund der westlichen Sanktionen gegen Russland hatte Linde die Arbeiten jedoch aufgegeben. 

Der Auftraggeber des Projekts, RusChemAlliance, gehört zur Hälfte dem staatlichen russischen Gazprom-Konzern.

Neben den beiden deutschen Großbanken ist auch die italienische UniCredit betroffen, die vor dem Ukraine-Krieg stark in Russland engagiert war. Hier beschlagnahmten die Richter Vermögen und Eigentum im Wert von rund 463 Millionen Euro.

Russland reagiert zunehmend mit Vergeltungsmaßnahmen auf die Sanktionen, die westliche Länder aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt haben. 

Zahlreiche Unternehmen mussten die Beschlagnahmung oder Pfändung von Vermögenswerten hinnehmen. 

Die Deutsche Bank erklärte, es bleibe abzuwarten, wie die Entscheidung der russischen Gerichte umgesetzt werde und welche Folgen dies für den operativen Betrieb in Russland habe. 

UniCredit teilte mit, dass die Entscheidung des russischen Gerichts geprüft werde. Von der Commerzbank gab es bisher keine Stellungnahme.