Russland richtet den Blick gen Norden – "Ihr werdet als Erste leiden"

Geschrieben von Peter Zeifert

24 Wochen vor

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28/12/2023
Welt
Foto: Wikimedia Commons
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Das Putin-Regime wendet nun seinen Blick nach Nordeuropa und Skandinavien.

Sowohl Schweden als auch Finnland haben im letzten Jahr nach dem Beginn einer großangelegten Invasion der Ukraine durch Russland, die die Sicherheitslage in Europa grundlegend erschütterte, einen Antrag auf NATO-Mitgliedschaft gestellt.

Während Schwedens Antrag noch auf Genehmigung wartet, trat Finnland im letzten Frühjahr als vollwertiges Mitglied der Verteidigungsallianz bei. Das Land wechselte somit von einem neutralen Staat zu einem "feindlichen Akteur", so das Putin-Regime, das nun eine scharfe Warnung gegenüber Schwedens Nachbarland ausspricht.

Leben in Frieden und Ruhe

Laut Russland wird Finnland nicht nur die Konsequenzen des Beitritts zur NATO zu spüren bekommen. Das Land wird auch an erster Stelle stehen, wenn die Spannungen zwischen Russland und der westlichen Welt weiter eskalieren, warnt der russische Diplomat Michail Uljanow, wie Reuters berichtet.

"Sie haben in Frieden gelebt und sich plötzlich zwischen Russland und der NATO als Mitglied dieser Allianz wiedergefunden", sagte Uljanow.

"Werden zuerst leiden"

Michail Uljanow, der als ständiger Vertreter Russlands bei internationalen Organisationen in Wien tätig ist, fügt hinzu:

"Aber da sie unsere Nachbarn sind, werden sie im Falle einer Eskalation, Gott bewahre, die Ersten sein, die leiden."

"Ein großer Fehler"

Russland hat in letzter Zeit wiederholt Warnungen gegen Finnland ausgesprochen, nicht nur wegen der NATO-Mitgliedschaft. Auch die Tatsache, dass Finnland im November seine Ostgrenze schloss, provozierte das Putin-Regime.

"Russland hat Finnland in der modernen Geschichte nie bedroht. Wir hatten keinen Grund zur Konfrontation", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

"Jetzt haben sie diesen Weg gewählt. Aus unserer Sicht ist dies ein großer Fehler."

Bedrohung der russischen Sicherheit

Der Ton verschärfte sich weiter, nachdem Finnland einige Tage vor Weihnachten bekannt gab, ein neues Verteidigungsabkommen mit den USA einzuleiten, das dem Land Zugang zu 15 Basen auf nordischem Boden gewährt.

"Ein deutlicheres Signal als dieses kann man nicht senden. Wir verteidigen nun gemeinsam Finnland, falls uns jemand angreift", sagte Verteidigungsminister Antti Häkkänen auf einer Pressekonferenz.

Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, war weniger erfreut.

"Moskau wird den Aufbau des militärischen Potenzials der NATO an unserer Grenze, das die Sicherheit der Russischen Föderation bedroht, nicht unbeantwortet lassen und wird notwendige Maßnahmen ergreifen, um den aggressiven Entscheidungen Finnlands und seiner NATO-Verbündeten entgegenzuwirken", sagte sie in einer Erklärung laut Reuters.