Russland stationiert taktische Nuklearwaffensysteme an der finnischen Grenze

Geschrieben von Peter Zeifert

4 Wochen vor

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22/04/2024
Foto: Wiki Commons
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Russland verschärft die Grenzspannungen, indem es nuklearfähige Raketen direkt gegenüber dem neuesten NATO-Mitglied Finnland stationiert.

Berichten zufolge hat Russland seine taktischen Nuklearraketensysteme Iskander-M an die Grenze zu Finnland verlegt, was als direkte Reaktion auf Finnlands NATO-Mitgliedschaft seit April letzten Jahres gesehen wird.

Eskalation am Rand

Quellen aus dem russischen Verteidigungsministerium teilten der "Izvestia" mit, dass die Stationierung in Karelien, einer an Finnland grenzenden Region, stattgefunden hat.

Die Iskander-M-Systeme, die sowohl Marschflugkörper als auch ballistische Raketen abfeuern können – einschließlich solcher mit Nuklearsprengköpfen – sind Teil einer neu formierten Raketenbrigade im kürzlich wieder eingerichteten Militärbezirk Leningrad.

Dieser strategische Schachzug spiegelt die wachsenden Spannungen zwischen Russland und den NATO-Ländern wider, nachdem Finnland seinen neutralen Status aufgegeben und die volle NATO-Mitgliedschaft angenommen hat.

Strategische Anpassungen und militärische Bereitschaft

Die Neugründung des Militärbezirks Leningrad und die Einbeziehung des 11. und 14. Armeekorps, die in den Regionen Kaliningrad bzw. Murmansk stationiert sind, unterstreichen Russlands Bereitschaft für eine langfristige Konfrontation mit der NATO.

Admiral Wladimir Waluew, ehemaliger Kommandeur der Baltischen Flotte, deutete an, dass diese militärische Umstrukturierung eine direkte Antwort auf die erweiterte Präsenz der NATO ist, die sich jetzt um weitere 1300 Kilometer entlang der russischen Grenze erstreckt, aufgrund des Beitritts Finnlands.

Verstärkte Verteidigungskooperation zwischen den USA und Finnland

Die Sicherheitslage wird weiter kompliziert durch ein Verteidigungskooperationsabkommen, das Finnland letztes Jahr mit den Vereinigten Staaten abgeschlossen hat und den US-Streitkräften Zugang zu 15 Standorten gewährt, darunter vier Luftwaffenstützpunkte, einen Militärhafen und Bahninfrastruktur, vornehmlich im Norden Finnlands.

Dieses Abkommen ermöglicht es den USA, militärisches Gerät und Munition in unmittelbarer Nähe zur russischen Grenze zu lagern, was die strategischen Einsätze erhöht.

Kremls langfristige Militärstrategie

Die Wiedereinrichtung des Militärbezirks Leningrad, der Anfang der 2010er Jahre im Zuge militärischer Reformen aufgelöst wurde, signalisiert eine Kreml-Strategie, die auf einen breiteren Konflikt mit der NATO ausgerichtet ist, so ein Bericht des Institute for the Study of War (ISW) vom Februar. Diese strategische Maßnahme teilt Russlands militärischen Fokus im Westen, wobei der Militärbezirk Moskau die Grenzen zur Ukraine und Polen überwacht, während sich der Bezirk Leningrad auf die nordöstliche NATO-Grenze konzentriert.

Analysten des ISW zufolge ermöglicht diese Neuorganisation Russland eine bessere Handhabung seiner militärischen Engagements in der Ukraine, während es eine strategische Haltung gegenüber der NATO beibehält, eine Haltung, die durch die jüngsten NATO-Mitgliedschaften von Finnland und Schweden verstärkt wird.