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Russland verbietet Fotografen den Zugang zu Parlamentssitzungen

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Russlands Parlament hat stillschweigend die Regeln für den Medienzugang verschärft.

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Der Schritt folgt erneuter Unzufriedenheit unter Abgeordneten darüber, wie sie in der Öffentlichkeit dargestellt werden.

Im Zentrum der Änderung steht eine ungewöhnliche Beschwerde: Fotografien ließen die Abgeordneten schlecht aussehen.

Fotografierverbot eingeführt

Die Staatsduma, das Unterhaus des russischen Parlaments, hat ein Verbot für Fotoaufnahmen während der Plenarsitzungen eingeführt.

Wie die Zeitung Wedomosti berichtet, soll die Einschränkung mindestens bis zum Frühjahr der laufenden Legislaturperiode gelten.

Die Entscheidung bedeutet, dass Fotojournalisten nicht mehr von der Galerie des Plenarsaals aus arbeiten dürfen.

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Dieser Bereich ist nun ausschließlich Fernsehkamerateams vorbehalten.

Wedomosti berichtete unter Berufung auf vier Quellen innerhalb der Duma, dass der Schritt auf Beschwerden von Abgeordneten zurückgehe, die mit ihrem Erscheinungsbild auf veröffentlichten Fotos unzufrieden waren.

Vorwürfe der Lächerlichmachung

Duma-Sprecher Wjatscheslaw Wolodin warf Fotografen vor, Abgeordnete absichtlich in einem unvorteilhaften Licht darzustellen.

Während der ersten Plenarsitzung des Jahres am 13. Januar forderte er Journalisten laut der Zeitung auf, Parlamentarier nicht zu „verspotten“.

„Sie verstehen nicht, wie glücklich sie sind, im offensten Parlament der Welt zu arbeiten. Wenn (…) sie im britischen Parlament arbeiten würden, wären sie längst auf die Galeeren geschickt worden“, sagte Wolodin.

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Er beklagte zudem, Fotografen ließen den Abgeordneten nicht zu, „buchstäblich und im übertragenen Sinne zu dösen“, bevor er ihnen später vorwarf, sie wollten „etwas Dösendes einfangen und in ein schlechtes Licht rücken“.

Ein bekannter Konflikt

Nach Angaben von Wedomosti sind Spannungen zwischen Abgeordneten und Fotojournalisten nichts Neues.

Ähnliche Einwände wurden bereits im vergangenen Jahr erhoben, ebenfalls im Zusammenhang mit Bildern, die Abgeordnete als ungünstig empfanden.

Wolodin hat wiederholt argumentiert, Fotografen konzentrierten sich auf Momente, die Parlamentarier negativ erscheinen lassen, anstatt die parlamentarische Arbeit zu dokumentieren.

„Das ist nicht richtig (…) Was wäre, wenn man so mit Ihren Angehörigen verfahren würde (…)?“, sagte er in seinen Ausführungen.

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Quellen: Vedomosti, WP.