Russlands gewagte Anschuldigung: Der Westen steckt hinter dem Moskauer Terroranschlag, behauptet Putins möglicher Nachfolger

Geschrieben von Peter Zeifert

Nikolai Patruschew - Foto: Wiki Commons
Nikolai Patruschew - Foto: Wiki Commons
Während sich der Staub nach dem tragischen Bombenanschlag auf den Moskauer Konzertsaal legt, haben Russlands kühne Behauptungen einen Sturm der Kontroverse entfacht.

Russland hat den Westen offen beschuldigt, den jüngsten verheerenden Terroranschlag in Moskau orchestriert zu haben. Diese Behauptung stammt direkt von Nikolai Patruschew, dem Sekretär des Sicherheitsrates Russlands, der allgemein als Hardliner und potenzieller Nachfolger von Präsident Wladimir Putin angesehen wird.

Der Anschlag, bei dem tragischerweise etwa 140 Personen in einem Konzertsaal in der russischen Hauptstadt ums Leben kamen, wurde von Putin zuvor als Werk islamistischer Radikaler anerkannt, eine Ansicht, die auch von der Terrorgruppe ISIS geteilt wird.

Ein verworrenes Netz von Anschuldigungen

Zum ersten Mal schrieb Wladimir Putin den erschütternden Vorfall islamistischen Extremisten zu und erkannte den historischen Kampf gegen solche Ideologien in der muslimischen Welt an. Doch Putins Eingeständnis kam mit einem bedeutsamen Vorbehalt, einer Forderung nach Klarheit darüber, wer dieses abscheuliche Verbrechen angeordnet hat.

„Wir wollen wissen, wer es in Auftrag gegeben hat“, erklärte Putin und fügte dem bereits komplexen Narrativ eine Schicht von Geheimnis und Intrige hinzu.

Hier tritt Nikolai Patruschew in Erscheinung, dessen Erklärung als Antwort auf die Frage eines Journalisten keinen Raum für Zweideutigkeiten ließ: „Offensichtlich die Ukraine“, behauptete er laut Reuters und zeigte damit auf Russlands Nachbarn, ohne konkrete Beweise für diese Behauptung vorzulegen.

Diese kühne Aussage wurde noch verstärkt durch die Unterstützung von Alexander Bortnikow, dem Leiter des FSB, Russlands wichtigster Sicherheitsbehörde, der die Komplizenschaft westlicher Geheimdienste bei der Ermöglichung des Anschlags nahelegte.

Ukraine und der Westen: Ein Chor der Dementis

Die Vorwürfe stießen auf entschiedene Dementis aus der Ukraine, wobei Mychajlo Podoljak, ein Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Patruschews Behauptungen als schiere Lügen brandmarkte.

Ähnlich waren die Reaktionen des Westens schnell und abweisend.

Der britische Außenminister, David Cameron, bezeichnete die russischen Anschuldigungen als „völligen Unsinn“, insbesondere die Vorstellung, dass die USA und das Vereinigte Königreich eine entscheidende Rolle bei der Orchestrierung des Angriffs gespielt hätten.

Echos zukünftiger Führung

Patruschew, oft als rücksichtsloser als Putin charakterisiert, mit einer langen Karriere in Spionage und Sicherheit, wird als Putins mutmaßlicher Erbe gehandelt.

Vor diesem Hintergrund fügen seine Anschuldigungen eine Schicht geopolitischer Intrigen hinzu und heben die tief verwurzelten Spannungen und komplexen Narrative zwischen Russland, der Ukraine und dem Westen hervor.

Die internationale Gemeinschaft bleibt in Alarmbereitschaft, abwartend, wie diese explosiven Behauptungen und Gegenbehauptungen die bereits volatile Landschaft der globalen Politik beeinflussen werden.