Sanktionen und Krieg setzen Russlands Rüstungsexporten schwer zu

Amalie L.

1 Tag vor

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20/02/2025
Welt
Foto: Shutterstock
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Russlands einst florierende Waffenexportindustrie bricht zusammen – die Verkäufe sind um 92 % eingebrochen, da sich globale Käufer anderswo umsehen.

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Russlands Rüstungsexporte sind in den letzten drei Jahren um 92 % gesunken, von 14,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf nur noch 1 Milliarde US-Dollar im Jahr 2024, wie aus einem Bericht der Jamestown Foundation vom 15. Februar hervorgeht.

Einst ein dominanter Akteur im globalen Waffenhandel, sieht sich Russland mit einem drastischen Rückgang seines Exportmarktes konfrontiert – nur noch 12 Länder kaufen russische Waffen.

Der Krieg in der Ukraine belastet Russlands Rüstungsindustrie

Die groß angelegte Invasion der Ukraine hat Russlands Fähigkeit zur Produktion und Lieferung militärischer Ausrüstung an ausländische Käufer erheblich geschwächt. 

Der Kreml hat seinen Fokus auf die inländische Kriegsproduktion verlagert, wodurch langjährige Kunden gezwungen sind, nach alternativen Lieferanten zu suchen – insbesondere in China.

Russlands Einnahmen aus Waffenverkäufen sind stetig gesunken:

  • 2021: 14,6 Milliarden US-Dollar

  • 2022: 8 Milliarden US-Dollar (Rückgang um 6,6 Milliarden)

  • 2023: 3 Milliarden US-Dollar (weiterer Rückgang um 5 Milliarden)

  • 2024: 1 Milliarde US-Dollar – ein Rückgang von 92 % innerhalb von drei Jahren

Darüber hinaus sind laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI) Russlands weltweite Waffenexporte von 2014–2018 bis 2019–2023 um 53 % gesunken, was auf einen langfristigen Abwärtstrend hinweist.

Erste Su-57-Exporte – ein verzweifelter Versuch?

Trotz der schwierigen Lage gab Russland kürzlich seinen ersten Exportvertrag für das moderne Kampfflugzeug Su-57 bekannt. Algerien soll der erste ausländische Käufer sein. Analysten sehen dies jedoch eher als verzweifelten Versuch, die russische Rüstungsindustrie am Leben zu halten, statt als Zeichen einer Erholung.

Der Kreml ist weiterhin auf wichtige Rüstungspartner wie Indien, China und Myanmar angewiesen. Doch deren langfristige Bindung bleibt ungewiss, da sie ihre Waffenlieferanten zunehmend diversifizieren.

Zukunft der russischen Waffenexporte ungewiss

Russlands staatlicher Waffenexporteur Rosoboronexport gibt an, einen Auftragsbestand im Wert von 55 Milliarden US-Dollar zu haben. Viele dieser Verträge wurden jedoch aufgrund des Krieges auf unbestimmte Zeit verschoben.

Unterdessen beschaffen sich russische Rüstungsunternehmen heimlich westliche Technologie, um ihre Produktion aufrechtzuerhalten. Eine Tochtergesellschaft des staatlichen Rüstungskonzerns Rostec sicherte sich kürzlich trotz internationaler Sanktionen amerikanische und deutsche Ausrüstung im Wert von 7,4 Millionen US-Dollar, um ihre elektronischen Kriegsführungsfähigkeiten auszubauen.