Technische Schwierigkeiten beim Online-Wählen, als Russen in Scharen abstimmen

Geschrieben von Peter Zeifert

9 Wochen vor

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15/03/2024
Das Bild stammt nicht von dieser Wahl. Foto: Wiki Commons
Das Bild stammt nicht von dieser Wahl. Foto: Wiki Commons
Technische Schwierigkeiten beim Online-Wählen, als Russen in Scharen abstimmen.

Zu Beginn der russischen Präsidentschaftswahlen stieß man auf unerwartete Herausforderungen, als das elektronische Wahlsystem am ersten Tag unter dem Druck eines hohen Wähleraufkommens zusammenbrach. Benutzer, die versuchten, ihre Stimme elektronisch abzugeben, wurden mit Benachrichtigungen über eine Systemüberlastung konfrontiert, was auf eine "beispiellose Zahl an Wahlwilligen" am Morgen zurückgeführt wurde.

System an der Belastungsgrenze

Versuche, über die Online-Plattformen Gosuslug und mos.ru abzustimmen, führten für viele zu einer "Warteschlangen"-Nachricht, die auf die Schwierigkeiten des Systems hinwies, den Zustrom von Wählern zu bewältigen. Das Ministerium für Digitale Entwicklung nannte die "hohe Aktivität" als Grund für die starke Belastung des Systems und riet einigen Nutzern, den Zugriff auf das Portal zu einem späteren Zeitpunkt zu versuchen. Innerhalb nur einer Stunde gelang es über 200.000 Nutzern, ihre Stimmen abzugeben, ein Zeugnis für den Eifer der Bürger, am Wahlprozess teilzunehmen.

In den ersten zwei Stunden nach Beginn der Wahlen gaben erstaunliche 20% aller auf der Plattform registrierten Nutzer, mehr als 900.000 Personen, ihre Stimmen elektronisch ab. Diese Option stand Bewohnern in 29 russischen Regionen zur Verfügung, insgesamt hatten sich 4,8 Millionen Russen, oder 4,5% der 106,5 Millionen wahlberechtigten Bürger, für die elektronische Stimmabgabe registriert.

Ungewöhnliche Wahlmuster und Oppositionsreaktion

Stanislav Andreychuk, Ko-Vorsitzender der Bewegung "Voice", berichtete von einer ungewöhnlich hohen Wahlbeteiligung bei der elektronischen Stimmabgabe und deutete an, dass viele unter der Aufsicht ihrer Arbeitgeber "zum Wählen gezwungen" wurden. Diese Behauptung zeichnet ein Bild einer Wahlumgebung, die mehr durch Überwachung als durch Freiheit geprägt ist.

Die russischen Präsidentschaftswahlen, geplant vom 15. bis zum 17. März, begannen mit der Eröffnung der ersten Wahllokale in Kamtschatka um 23:00 Uhr Moskauer Zeit am Tag zuvor. In der zentralen Region des Landes begann die Wahl um 8:00 Uhr Moskauer Zeit am ersten offiziellen Wahltag.

Kontroversen und Aufrufe zum Protest

Angesichts der umstrittenen Atmosphäre rund um die Wahlen hat die russische Opposition den Protest „Mittag gegen Putin“ für den 17. März, den Hauptwahltag, organisiert. Dieser Protest lädt diejenigen, die gegen eine potenzielle fünfte Amtszeit Wladimir Putins sind, ein, ihren Widerspruch um 12 Uhr an den Wahllokalen zu zeigen.

Die Moskauer Staatsanwaltschaft hat den Protest jedoch als "nicht koordinierte Massenveranstaltung" eingestuft, die angeblich "mit dem Ziel der Verletzung des Wahlgesetzes" durchgeführt wurde. Laut offizieller Warnung könnte das gleichzeitige Erscheinen von Bürgern an den Wahllokalen als Straftat gemäß Artikel 141 des Strafgesetzbuches zur Behinderung der Durchführung von Wahlen eingestuft werden, mit einer Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis, was die Spannungen rund um diese entscheidenden Wahlen weiter verschärft.