Der Empfang im Weißen Haus fand vor dem Hintergrund anhaltender Vorwürfe statt.
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Im Weißen Haus sollte ein Jubiläum gefeiert werden. Doch die Veranstaltung entwickelte sich auch zu einer politischen Standortbestimmung.
US-Präsident Donald Trump nutzte den Empfang zum Black History Month, um seine Bilanz zu verteidigen und Kritik entschieden zurückzuweisen.
Der Black History Month wird in den USA jedes Jahr im Februar begangen. Er erinnert an die Geschichte, Kultur und Leistungen von Afroamerikanern und geht auf eine Initiative des Historikers Carter G. Woodson aus den 1920er-Jahren zurück.
Vor rund 100 geladenen Gästen betonte Trump laut Reuters, er werde „noch ein weiteres Jahrhundert” des Erfolgs für Afroamerikaner sehen. Zugleich hob er schwarze Mitglieder seiner Regierung hervor und verwies auf wachsende Unterstützung unter schwarzen Wählern.
Er sagte: „Es ist kein Wunder, dass wir 2024 mehr afroamerikanische Wähler gewonnen haben als jeder republikanische Präsidentschaftskandidat in der Geschichte.“
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Kritik im Hintergrund
Überschattet wurde der Auftritt von einer Kontroverse um einen Social-Media-Beitrag auf Trumps Account. Reuters berichtete, dass darin der frühere Präsident Barack Obama und Michelle Obama rassistisch als Affen dargestellt worden seien.
Der republikanische Senator Tim Scott nannte das Video „das rassistischste, was ich aus diesem Weißen Haus je gesehen habe.“ Der Beitrag wurde später gelöscht. Trump erklärte, er habe den Clip nicht gesehen, machte einen Mitarbeiter verantwortlich und entschuldigte sich nicht.
Bürgerrechtsorganisationen kritisieren zudem die Bemühungen der Regierung, Programme zu Diversität, Gleichstellung und Inklusion zurückzufahren. Experten warnen, dadurch könnten Fortschritte vergangener Jahrzehnte gefährdet werden.
Verteidigung aus dem Weißen Haus
Parallel stellte sich das Weiße Haus demonstrativ hinter den Präsidenten. Wie Fox News berichtet, reagierte Sprecherin Karoline Leavitt ungläubig auf die Frage, wann Trump „zu Unrecht als Rassist bezeichnet“ worden sei.
„Ich werde Ihnen zahlreiche Beispiele vorlegen,“ sagte Leavitt. Der Präsident sei wiederholt zu Unrecht „verleumdet“ worden.
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Sie verwies auf politische Maßnahmen wie die langfristige Finanzierung von Historically Black Colleges and Universities und erklärte: „Dieser Präsident hat viel für alle Amerikaner getan, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit.“
Bezug auf Jackson
Die Debatte gewann zusätzlich an Schärfe nach dem Tod des Bürgerrechtlers Jesse Jackson. Trump schrieb laut Reuters online: „Trotz der Tatsache, dass ich von den Schurken und Verrückten der radikalen Linken, Demokraten ALLE, fälschlicherweise und immer wieder als Rassist bezeichnet werde, war es mir stets eine Freude, Jesse auf seinem Weg zu helfen.“
Beim Empfang trat auch Forlesia Cook ans Rednerpult, deren Enkel 2017 bei einem Gewaltverbrechen getötet wurde. Sie verteidigte Trumps Sicherheitspolitik mit den Worten: „Ich liebe ihn, ich will nichts davon hören, was ihr über dieses ‚Rassismus‘-Zeug zu sagen habt … hört auf, auf ihm herumzuhacken. Lasst ihn seine Arbeit machen, er macht das Richtige, hört auf, ihn ständig anzugreifen!”
Zum Abschluss sagte Trump: „Also einen schönen Black History Month, ein schönes Black History Year und ein schönes Black History Century.“
Quellen: Reuters, Fox News