Der White House Press Pool bemerkte die ungewöhnliche Lücke schnell.
Der Terminkalender eines Oberbefehlshabers ist normalerweise ein offenes Buch.
Jede tägliche Besprechung, jeder Reiseplan und jeder öffentliche Auftritt wird der Welt mitgeteilt. Doch manchmal wird der Kalender undurchsichtig, und genau dann beginnen die Fragen aufzukommen.
Ein ruhiger Nachmittag
US-Präsident Donald Trump räumte seinen Dienstagsplan für sechs Stunden komplett vertraulicher Gespräche frei. Laut dem offiziellen White House Roll Call, zitiert vom Irish Star, blockierte der 80-jährige Staatschef seine Zeit von 11 Uhr vormittags bis 17 Uhr nachmittags im Oval Office.
Der gesamte Nachmittagsblock ist lediglich als „Politik-Meeting“ gekennzeichnet. Weder Reporter noch Kameras waren zugelassen.
Vor dieser Abschottung umfasste sein Vormittag geplante „Executive Time“ und „In-Town Poll Call“-Aktivitäten. Der White House Press Pool bemerkte die ungewöhnliche Lücke schnell. Sie posteten auf X, dass der Präsident für den gesamten Tag nur unbenannte, geschlossene Veranstaltungen geplant hatte.
Es brodelt
Dieser plötzliche Rückzug in die Privatsphäre folgt auf einen sehr öffentlichen und erbitterten Konflikt. Am Montag verlor Trump während einer Pressekonferenz die Beherrschung gegenüber der CNN-Korrespondentin Kristen Holmes.
Sie bat ihn, eine kürzliche Rede des demokratischen Senators Jon Ossoff zu kommentieren. Der Senator hatte Trump vorgeworfen, lieber mit seiner 35-jährigen Assistentin Natalie Harp zu reisen, anstatt seine Arbeit zu erledigen.
Ossoff behauptete, das Paar sei mit einem luxuriösen Flugzeug geflogen, das vom Emir von Katar geschenkt wurde, wie der Irish Star berichtete. Trump nahm die Frage überhaupt nicht gut auf.
Er schoss sofort gegen die Reporterin zurück. Trump bezeichnete die Anfrage während des hitzigen Austauschs als „gefühllos“ und „ekelhaft“. Harp ist in jüngster Zeit wegen ihrer engen beruflichen Beziehung zum Präsidenten intensiv öffentlich kritisiert worden.
Ein unerwarteter Held
Der Irish Star kontaktierte das Weiße Haus, um Details zu dem mysteriösen sechsstündigen Besprechungsblock zu erhalten. Die Regierung gab keine sofortige Antwort, um die Tagesordnung zu klären.
Nur einen Tag zuvor hatte das Oval Office eine wesentlich leichtere und transparentere Veranstaltung beherbergt. Trump empfing den 16-jährigen Rettungsschwimmer Ryder Williams, der kürzlich einen 10-jährigen Jungen aus den rauen Gewässern vor Kalifornien gerettet hatte.
Der Präsident lobte den Teenager während des nicht-öffentlichen Pressetermins als „einen wahren Helden“. Anschließend gab er eine überraschend offene und humorvolle Einschätzung seiner eigenen Tapferkeit ab.
Trump gab dem jungen Überlebenden gegenüber zu, dass er wahrscheinlich nicht ins Wasser gesprungen wäre, um zu helfen. Der Präsident scherzte: „Ich weiß nicht, ob ich das tun würde. Wahrscheinlich nicht. Sie haben Glück, dass ich an diesem Tag nicht im Dienst war.“
Quellen: The Irish Star, CNN, White House Roll Call, X