Eine Aussage über alltägliche Medikamenteneinnahme hat sich in den USA zu einer politisch aufgeladenen Kontroverse entwickelt. Ein Arzt meint, Präsident Donald Trump könnte mehr über seinen Gesundheitszustand preisgegeben haben, als beabsichtigt. Diese Interpretation wurde jedoch von offizieller Seite rasch zurückgewiesen.
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Es handelt sich dabei nicht um eine unabhängige medizinische Untersuchung, sondern um eine Analyse, über die das US-Medium Daily Beast berichtet hat.
Eine umstrittene Interpretation
Ausgangspunkt ist ein Interview mit dem Wall Street Journal im Januar, in dem Trump sagte, dass er täglich Aspirin einnimmt. Laut Daily Beast hat der Arzt Bruce Davidson, Professor an der Washington State University, dies als möglichen Hinweis darauf interpretiert, dass Trump in der Vergangenheit einen Schlaganfall erlitten haben könnte.
Davidsons Überlegungen, die er in Podcasts und Artikeln dargelegt hat und über die Daily Beast berichtete, stützen sich auf die Dosierung des Aspirins.
Er argumentiert, dass die von Trump genannte Menge häufiger nach einem durchgemachten Schlaganfall eingesetzt werde als zur reinen Vorsorge.
Es ist wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um Davidsons eigene medizinische Einschätzung handelt, die über Daily Beast vermittelt wurde, und nicht um eine bestätigte Diagnose oder eine offizielle Stellungnahme.
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Frühe Reaktion des Weißen Hauses
Das Weiße Haus reagierte scharf auf die Berichte.
Pressesprecherin Karoline Leavitt wies die Spekulationen zurück und bezeichnete sie als unbegründet und politisch motiviert.
Ihr zufolge betreibe der Arzt sogenannte Ferndiagnosen und verstoße gegen medizinische Ethik. Sie betonte, der Gesundheitszustand des Präsidenten stehe nicht infrage und die Behauptungen entbehrten jeder Grundlage.
Die offizielle Reaktion erfolgte, nachdem Daily Beast über längere Zeit über blaue Flecken an Trumps Händen und andere körperliche Anzeichen berichtet hatte, die in den Medien Aufmerksamkeit erregt hatten.
Warum die Gesundheit Debatten auslöst
Die Gesundheit von Präsidenten ist in den USA ein sensibles Thema.
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Die Geschichte des Landes kennt mehrere Beispiele, in denen Krankheiten amtierender Präsidenten geheim gehalten oder heruntergespielt wurden, was die Frage politisch aufgeladen hat.
Im Fall von Trump erhält das Thema zusätzliche Brisanz durch sein Alter und das stark polarisierte politische Umfeld.
Die Argumentation des Arztes
Laut Daily Beast verweist Davidson auch auf Videoclips, in denen Trump sich anders bewegt habe, eine veränderte Sprache gezeigt habe oder seine Hände auf eine Weise halte, die laut dem Arzt nach neurologischen Schädigungen auftreten könne.
Zugleich habe er gesagt, dass selbst ein möglicher Schlaganfall nicht automatisch bedeute, Trump sei unfähig, Präsident zu sein. Der Fokus solle seiner Ansicht nach darauf liegen, dass der Präsident die richtige medizinische Versorgung erhalte und dass Informationen transparent seien.
Die Kontroverse hält an
Das Weiße Haus hat in verschiedenen Zusammenhängen unterschiedliche Erklärungen für Trumps blaue Flecken geliefert, darunter intensives Händeschütteln und Medikamente.
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Nach Trumps eigener Aussage über die Aspirin-Einnahme wurde die offizielle Erklärung geändert.
Dies hat dazu beigetragen, dass die Spekulationen trotz deutlicher Dementis weiter anhalten.
Quelle: Daily Beast