US-Sanktionen zielen darauf ab, russisches Arktis-Flüssigerdgasprojekt zu stoppen

Geschrieben von Peter Zeifert

5 Wochen vor

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15/04/2024
Foto: Privat
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Bislang scheinen die USA mit ihrer Strategie erfolgreich zu sein.

Die Vereinigten Staaten setzen strategische Maßnahmen ein, um das ehrgeizige russische Projekt „Arctic LNG 2“ mittels Sanktionen zu blockieren.

Jeffrey Payette, stellvertretender Außenminister für Energiefragen, bestätigte offen, dass das Weiße Haus entschlossen ist, sicherzustellen, dass das Projekt bereits im Keim erstickt wird.

Diese kühne Strategie soll verhindern, dass Russland Gas, das ursprünglich für Europa bestimmt war, auf andere Märkte umleitet. Das berichtet Dagens.com.

Auswirkungen der Sanktionen: Sofort und schwerwiegend

Die Wirksamkeit dieser Sanktionen ist bereits sichtbar. Die südkoreanische Werft Hanwha Ocean hat ihre Zusammenarbeit mit Novatek, dem russischen Unternehmen hinter Arctic LNG 2, eingestellt, was den Bau wesentlicher Gasschiffe beeinträchtigt.

Berichten zufolge sind drei fertiggestellte Schiffe nun ungenutzt, und der Bau der verbleibenden ist eingestellt worden.

Darüber hinaus hat sich Mitsui O.S.K. Lines, ein wichtiger Projektteilnehmer aus Japan, entschieden, seine Beteiligung nicht fortzusetzen.

Als Reaktion darauf hat Russland versucht, den Bau eigenständig fortzusetzen. Dieses Vorhaben stößt jedoch auf erhebliche technologische Herausforderungen, insbesondere bei der Entwicklung von Membransystemen, die für die Gasspeicherung entscheidend sind.

Das französische Unternehmen Gaztransport & Technigaz, ein führender Anbieter dieser Technologie, stellte seine Russland-Aktivitäten im Januar 2023 ein und verschärfte die Situation weiter.

Reuters-Analyse: Keine Tanker, kein Handel

Reuters hob ein kritisches Ergebnis des US-Drucks hervor – die Unfähigkeit von Novatek, Tanker für den Treibstofftransport zu sichern.

Dieser logistische Engpass hat den Start des Projekts, der ursprünglich für Anfang 2023 geplant war, möglicherweise bis mindestens Ende Juni verzögert. Inzwischen geht der Bau auf der Projektstätte weiter, allerdings unter schwierigen Umständen.

Technologische und strategische Herausforderungen

Sergey Kondratyev, Leiter der Wirtschaftsabteilung am Institut für Energie und Finanzen, erklärte, dass die Schaffung einer Schattenflotte von Gastankern weitaus komplexer sei als bei Öltankern, da es weniger und spezialisierte Anforderungen gibt.

Er schlug vor, dass Murmansk als alternativer Standort für eine LNG-Anlage dienen könnte, was die Notwendigkeit für arktisklasse Schiffe umgehen könnte.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Zukunftsaussichten

Ursprünglich sollte Arctic LNG 2 Russlands größter LNG-Produzent werden und jährlich fast 20 Millionen Tonnen Flüssigerdgas sowie etwa 1,5 Millionen Tonnen Gaskondensat produzieren. Die Entscheidung des US-Finanzministeriums, das Projekt im November 2023 zu sanktionieren, hat jedoch eine Reihe von Force-Majeure-Forderungen ausländischer Beteiligter ausgelöst, darunter das französische Unternehmen TotalEnergies und die chinesischen Firmen CNPC und CNOOC. Diese Entwicklung bedroht langfristige Verträge für den LNG-Export und könnte Novatek dazu zwingen, das Projekt eigenständig zu finanzieren.

In einer interessanten Wendung, während Peking normalerweise Wege findet, solche Beschränkungen zu umgehen – wie die Verwendung einer Schattenflotte für Öllieferungen von Russland nach China – macht die Sichtbarkeit von LNG-Schiffen ähnliche Strategien für Gas unpraktikabel.