Zelensky kritisiert Europas Versagen bei der Bereitstellung ausreichender Munition für die Ukraine

Geschrieben von Peter Zeifert

Foto: Shutterstock.com
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Zelensky beschreibt die Situation als demütigend.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelensky hat den Mangel an Munition in der Ukraine als 'demütigend' für Europa bezeichnet und betonte die kritische Notwendigkeit des Zugangs zu Munition während einer Videobotschaft an EU-Führer auf einem Gipfel in Brüssel.

Trotz der im März gemachten Versprechen, der Ukraine eine Million Artilleriegeschosse zu liefern, wird die EU voraussichtlich hinter diesem Engagement zurückbleiben, wobei die erwarteten Lieferungen nur etwa die Hälfte der versprochenen Menge betragen.

"Leider ist die Verwendung von Artillerie durch unsere Soldaten an der Frontlinie demütigend für Europa, in dem Sinne, dass Europa mehr liefern kann. Und es ist entscheidend, das jetzt zu beweisen", erklärte Zelensky.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat ebenfalls die EU und die USA aufgefordert, ihre Unterstützung zu verstärken und schnell zu handeln. Nach Stoltenberg übertrifft die russische Kriegswirtschaft derzeit die Ukraine sowohl bei Munition als auch bei Waffen, was die Ukraine auf dem Schlachtfeld benachteiligt.

Zelensky warnte, dass sich die Situation auf andere europäische Länder ausweiten könnte, wenn die Ukraine nicht die notwendigen Ressourcen erhält, um den Krieg zu gewinnen. "Wir sollten nicht abwarten, was Putin für das Baltikum oder andere Teile Europas im Schilde führt, wenn wir sein aggressives Potenzial jetzt zerstören können", bemerkte er.

In seiner Rede dankte Zelensky den EU-Ländern für ihre jüngste Einigung, fünf Milliarden Euro für den sogenannten Ukraine-Hilfsfonds bereitzustellen, der für militärische Ausrüstung für die Ukraine bestimmt ist, was etwa 37 Milliarden dänischen Kronen entspricht. Zelensky glaubt jedoch, dass mehr Maßnahmen erforderlich sind.

Diese Angelegenheit wird auch ein Thema der Diskussion auf dem EU-Gipfel in Brüssel sein, wo EU-Länder Wege zur Stärkung der Verteidigungsindustrie innerhalb der EU in Betracht ziehen werden. Diese Initiative zielt darauf ab, Europa in der Lage zu machen, langfristig mehr Munition und andere militärische Ausrüstung unabhängig zu produzieren.