Er kann nun ohne Hilfe essen und trinken.
Ein plötzlicher Unfall kann einem im Handumdrehen das Leben rauben.
Jahrelang bot die Wissenschaft kaum Hoffnung, wenn schwere Verletzungen die entscheidende Verbindung zwischen Gehirn und Körper unterbrachen.
Nun ändert die Technologie dies für immer.
Eine stille Revolution
Als Keith Thomas einen schweren Tauchunfall erlitt, änderte sich sein Leben schlagartig. Die Verletzung führte zu einer vollständigen Lähmung ab der Brust, wodurch er seine Hände nicht mehr bewegen oder eine einfache Berührung spüren konnte.
Diese Realität begann sich zu wandeln, als er an einer klinischen Studie an den Feinstein Institutes for Medical Research teilnahm. Wissenschaftler entwickelten ein System namens „Double Neural Bypass“, das die Lücke zwischen Gehirn und Körper mithilfe von künstlicher Intelligenz und Mikrochips überbrückt.
Das System entschlüsselt Gehirnsignale und sendet elektrische Impulse direkt an die Muskeln und das Rückenmark.
Plötzlich bewegte Herr Thomas seine eigene Hand wieder.
Neue Verbindungen aufbauen
Das System basiert auf fünf Mikrochip-Matrizen, die chirurgisch ins Gehirn implantiert wurden. Fortschrittliche Algorithmen verarbeiten Bewegungsimpulse mit einer Genauigkeit von etwa 85 Prozent, was eine überraschend feinfühlige körperliche Kontrolle ermöglicht.
In Labortests hob Herr Thomas zerbrechliche Eierschalen in 87 Prozent der Fälle auf, ohne sie zu zerbrechen. Er konnte dabei sogar ein normales Gespräch führen.
Über 35 Behandlungswochen hinweg stieg die Kraft seines rechten Arms um 86 Prozent, während die seines linken Arms um 62 Prozent zunahm. Bald konnte er sich selbstständig das Gesicht abwischen.
Das System stellte auch körperliche Empfindungen auf seiner Haut wieder her. Durch die Stimulation sensorischer Regionen im Gehirn sowie am Handgelenk halfen die Forscher ihm, das Gefühl in Bereichen zurückzugewinnen, die vollständig taub gewesen waren.
Dauerhafte Genesung
Im Gegensatz zu herkömmlichen medizinischen Geräten, die nach dem Ausschalten ihre Funktion einstellen, hilft diese Anordnung dem Nervensystem, dauerhaft neue Nervenbahnen aufzubauen. Das medizinische Team berichtete, dass die körperlichen Fortschritte Jahre nach dem Ende der aktiven Tests weiterhin anhielten.
„Bemerkenswerterweise wurde bei einer kürzlichen Nachuntersuchung festgestellt, dass diese Fortschritte nach mehr als zwei Jahren immer noch vorhanden waren. Das ist unglaublich ermutigend“, sagte Dr. Chad Bouton, der Korrespondenzautor der Studie an den Feinstein Institutes.
Weltweit leben etwa 15 Millionen Menschen mit Rückenmarksverletzungen. Dieser Meilenstein bietet ihnen echte Hoffnung auf Unabhängigkeit. Forscher erweitern nun klinische Studien, um zu testen, ob die Technologie auch Schlaganfallpatienten helfen kann.