Nobelpreisträger zweifelt an bisherigem Kosmos-Verständnis

Geschrieben von Olivia Rosenberg

10 Wochen vor

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13/03/2024
Foto: Shutterstock
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Haben wir das Universum falsch verstanden?

Die "Hubble-Spannung", benannt nach dem Hubble-Weltraumteleskop, stellt eines der größten Rätsel in der Kosmologie dar. 

Sie beschreibt die Diskrepanz zwischen zwei verschiedenen Messmethoden zur Bestimmung der Expansionsrate des Universums. 

Während die kosmische Hintergrundstrahlung eine Expansionsrate von etwa 67 Kilometern pro Sekunde pro Megaparsec ergibt, liefern Messungen mit Cepheiden, einem bestimmten Sternentyp, einen Wert von etwa 73 Kilometern pro Sekunde pro Megaparsec. 

Diese Diskrepanz hat bisher keine Erklärung gefunden und wirft die Frage auf, ob unser Verständnis vom Universum möglicherweise grundlegend falsch ist, wie die Frankfurter Rundschau berichtet.

Nobelpreisträger Adam Riess und sein Team haben nun mit Hilfe des James Webb-Weltraumteleskops (JWST) untersucht, ob Messfehler des Hubble-Teleskops für die "Hubble-Spannung" verantwortlich sein könnten. 

Ihre Studie zeigt, dass die Messungen auch bei größeren Distanzen zuverlässig sind, wodurch ein Messfehler als Ursache ausgeschlossen werden kann. 

Dies bestärkt die Vermutung, dass die Diskrepanz auf ein tieferliegendes, noch unverstandenes Phänomen hinweist.

Die Forschung steht somit vor der Herausforderung, das Verständnis vom Universum und seiner Expansion neu zu überdenken. 

Zukünftige Missionen und Teleskope wie das Esa-Weltraumteleskop „Euclid“ und das „Nancy Grace Roman“-Weltraumteleskop der NASA könnten dabei helfen, Licht ins Dunkel dieses kosmologischen Rätsels zu bringen.