Startseite Nachrichten Sorge um vermisste Beschäftigte in erdbebengeschädigtem Einkaufszentrum in Japan wächst

Sorge um vermisste Beschäftigte in erdbebengeschädigtem Einkaufszentrum in Japan wächst

Damaged building Japan earthquake
Screendump: NHK WORLD-JAPAN / YouTube

Nach einem schweren Erdbeben in Japan läuft ein groß angelegter Rettungseinsatz. Die Behörden arbeiten daran, das volle Ausmaß der Schäden und deren Folgen zu ermitteln.

Rettungskräfte durchsuchen ein beschädigtes Einkaufszentrum im Süden Japans, nachdem die Polizei infolge des schweren Erdbebens, das Kyushu im Laufe des Tages erschütterte, den Kontakt zu bis zu 30 Beschäftigten verloren hat.

Die Behörden versuchen weiterhin, den genauen Hergang der Ereignisse im Aeon-Einkaufszentrum in Kumamoto zu klären.

Es gibt Berichte über explosionsartige Geräusche, Rauch und strukturelle Schäden. Die Behörden haben jedoch bislang weder bestätigt, dass es zu einer Explosion gekommen ist, noch, ob diese mit dem Erdbeben in Zusammenhang stand.

Rettungseinsatz läuft

Der Rettungseinsatz konzentriert sich auf das Aeon-Einkaufszentrum, zu dessen 20 bis 30 Beschäftigten die Polizei nach Angaben des japanischen Senders NHK keinen Kontakt herstellen konnte. Auch die Feuerwehr berichtete, dass Menschen im Gebäude eingeschlossen seien.

Bei den Rettungsdiensten gingen mehrere Notrufe wegen explosionsartiger Geräusche und weißen Rauchs aus dem Einkaufszentrum ein. Zudem erhielt die Polizei Meldungen, wonach ein Teil der Außenfassade des Gebäudes eingestürzt sei.

Der Betreiber des Einkaufszentrums teilte mit, dass Kunden und Beschäftigte nach dem Erdbeben der Stärke 7,1 mit der Evakuierung begonnen hätten. Ob das Gebäude vor den Berichten über Rauch und strukturelle Schäden vollständig geräumt worden war, ist weiterhin unklar.

Die japanischen Sender TBS und Fuji TV berichten laut dem Live-Ticker von TV 2, die Polizei befürchte, mehrere Menschen könnten ums Leben gekommen sein. Eine offizielle Zahl der Todesopfer wurde jedoch bislang nicht bestätigt.

Ermittlungen dauern an

Während Rettungskräfte den Einsatzort bis in die Nacht hinein weiter durchsuchen, untersuchen die Behörden den genauen Ablauf der Ereignisse im Einkaufszentrum.

Aufnahmen vom Unglücksort zeigen Einsatzkräfte, die Trümmer rund um das beschädigte Gebäude durchsuchen. Wie viele Menschen sich möglicherweise noch im Inneren befinden, haben die Behörden bislang nicht mitgeteilt.

Der Sucheinsatz läuft, während Rettungsdienste in der gesamten Präfektur Kumamoto auf die weitreichenden Schäden durch das Erdbeben reagieren, das sich um 16.27 Uhr Ortszeit ereignete.

Japanische Medien berichten, dass nach dem Erdbeben mindestens 50 Menschen in Krankenhäuser gebracht wurden. Diese Zahl könnte jedoch mit fortschreitender Schadensbewertung weiter steigen.

Größere Auswirkungen

Der Energieversorger Kyushu Electric Power teilte laut BBC mit, dass rund 48.000 Haushalte weiterhin ohne Strom sind. Zudem wurden Straßen, Brücken und Gebäude in der gesamten Präfektur Kumamoto beschädigt.

Die Japan Meteorological Agency erklärte, seit dem ersten Erdbeben seien 61 Nachbeben registriert worden. Gleichzeitig warnte sie davor, dass insbesondere in den kommenden zwei bis drei Tagen weitere stärkere Erdstöße möglich seien.

Die Behörde verwies auf die Erdbebenserie von Kumamoto im Jahr 2016. Damals folgte auf ein Erdbeben der Stärke 6,5 zwei Tage später ein Beben der Stärke 7,3, das deutlich größere Zerstörungen verursachte.

Ministerpräsidentin Sanae Takaichi erklärte, dass auf Ersuchen des Gouverneurs von Kumamoto 3.600 Angehörige der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte zur Unterstützung der Rettungsarbeiten entsandt worden seien.

Unabhängig davon werden mehrere Menschen vermisst, nachdem an einer Papierfabrik an einem anderen Ort in der Präfektur Kumamoto ein Schornstein eingestürzt war. Dort führen Polizei und Feuerwehr einen weiteren Sucheinsatz durch.

Quellen: BBC, NHK, TV 2, Japan Meteorological Agency