Startseite Politik Mamdanis Steuerpläne stoßen auf Widerstand im Stadtrat

Mamdanis Steuerpläne stoßen auf Widerstand im Stadtrat

Zohran Mamdani
Fotografía oficial de la Presidencia de Colombia, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Veröffentlichung einer umfangreichen Immobiliendatenbank hat Fragen darüber aufgeworfen, wie potenziell betroffene Wohnimmobilien identifiziert wurden. Behördenvertreter betonen, dass die Aufnahme in das Verzeichnis keine Steuerpflicht begründet.

New York City veröffentlichte am 24. Juli ein ergänzendes Immobilienverzeichnis als Teil der Vorbereitungen für einen Zuschlag auf bestimmte hochpreisige Wohnimmobilien, die nicht als Hauptwohnsitz genutzt werden.

Das Department of Finance erklärte, das Dokument umfasse „unter anderem“ Immobilien, die letztlich unter die Regelung fallen könnten. Bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werde, müssten die Eigentumsverhältnisse jedoch noch geprüft werden.

Verzeichnis umfasst eine große Zahl von Immobilien

Einer Analyse der New York Post zufolge fanden sich in der vorläufigen Datenbank der Stadt mehr als 960.000 Einträge zu Immobilien und Eigentümern. Diese Zahl liegt deutlich über früheren Schätzungen, auf die sich die Zeitung berufen hatte und denen zufolge letztlich rund 31.000 Immobilien von dem neuen Steuerzuschlag betroffen sein könnten.

Nach Angaben der Zeitung reichte die Liste weit über die hochpreisigen Zweitwohnsitze hinaus, die am engsten mit der neuen Regelung in Verbindung gebracht werden. Sie umfasste auch preisgünstigere Häuser in Teilen der Bronx und auf Staten Island sowie das Breezy Point Shopping Center in Queens.

Diese Einträge haben zusätzliche Fragen dazu aufgeworfen, wie die ursprüngliche Auswahl zusammengestellt wurde und ob einige Immobilien lediglich deshalb aufgenommen wurden, weil die Behörden die Überprüfung noch nicht abgeschlossen hatten. Die Stadt betonte, dass die Aufnahme in das Verzeichnis nicht automatisch bedeute, dass eine Immobilie besteuert werde.

Eine Datenbank dieser Größenordnung könnte zudem zu einer großen Zahl von Einsprüchen durch Eigentümer führen, die geltend machen, ihre Immobilie sei ihr Hauptwohnsitz, liege unter dem maßgeblichen Schwellenwert oder erfülle die Voraussetzungen für eine Ausnahme. Jeder Einspruch müsste geprüft werden, bevor ein endgültiger Steuerbescheid ergehen könnte.

Das Department of Finance erklärte, die Veröffentlichung des Verzeichnisses sei Teil des gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens im Zusammenhang mit der neuen Regelung.

„Gemäß dem Recht des Bundesstaates wurde ein Immobilienverzeichnis zur öffentlichen Einsicht veröffentlicht“, erklärte ein Sprecher des Department of Finance. „Auf Grundlage dieser Liste wird das DOF diejenigen Immobilien identifizieren, die möglicherweise dem neuen Steuerzuschlag für Nicht-Hauptwohnsitze unterliegen.“

Prominente Namen sorgen für Aufmerksamkeit

In einem separaten Bericht identifizierte die New York Post mehrere bekannte Persönlichkeiten, deren Immobilien im vorläufigen Verzeichnis aufgeführt waren. Dazu gehörten die Schauspielerin und politische Aktivistin Cynthia Nixon, die Modemanagerin Anna Wintour, die Sängerin Taylor Swift, der Filmemacher Darren Aronofsky und der Regisseur Woody Allen.

Die Aufnahme dieser prominenten Namen lenkte rasch größere Aufmerksamkeit auf eine Datenbank, die andernfalls möglicherweise nur ein technischer Bestandteil des Steuerverfahrens geblieben wäre. Zugleich verdeutlichte sie, wie umfassend die erste Überprüfung der Stadt offenbar ausgefallen war.

Die Zeitung bezeichnete Nixon als Unterstützerin von Bürgermeister Zohran Mamdani. Außerdem berichtete sie, Wintour habe First Lady Rama Duwaji gelobt und erklärt, sie sei „voller Bewunderung“ für sie.

Diese politischen Verbindungen verliehen der Berichterstattung eine zusätzliche Dimension, insbesondere weil die Steuer eng mit Mamdanis Vorhaben verbunden ist, höhere Einnahmen von wohlhabenden Immobilieneigentümern zu erzielen.

Die Aufnahme eines Namens in das Verzeichnis bedeutet jedoch nicht, dass die betreffende Person den Zuschlag tatsächlich zahlen muss. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um ein vorläufiges Dokument, das auch Immobilien enthalten könne, die nach der Überprüfung von Eigentumsverhältnissen, Wohnsitzstatus und weiteren Kriterien wieder gestrichen werden.

Ratsmitglieder stellen Einstufungen infrage

Die Stadträtin Gale Brewer erklärte gegenüber der New York Post, ihr Brownstone-Haus auf der Upper West Side sei seit Jahrzehnten ihr Hauptwohnsitz. Dass es dennoch auf einer Liste zur Identifizierung von Nicht-Hauptwohnsitzen erschienen sei, deute ihrer Ansicht nach darauf hin, dass die vorläufige Überprüfung auch Immobilien umfasst habe, die die Kriterien der Steuer nicht erfüllten:

„Ich lebe seit 1994 an 365 Tagen im Jahr in [meinem Haus]. Diese ganze Liste muss also fehlerhaft sein.“

Ihr Einwand lieferte ein konkretes Beispiel für die Probleme, die entstehen könnten, wenn die Behörden damit beginnen, tatsächliche Zweitwohnsitze von irrtümlich erfassten Immobilien zu unterscheiden. Zugleich warf er Fragen dazu auf, wie gründlich die Überprüfung gewesen war, bevor das Verzeichnis veröffentlicht wurde.

Der Minderheitsführer im Stadtrat, David Carr, geriet in eine ähnliche Situation, nachdem seine Eigentumswohnung auf Staten Island in der Datenbank erschienen war. In einem weiteren Bericht der Zeitung über die Liste bezeichnete Carr die Veröffentlichung der Namen und Adressen von Immobilieneigentümern als „einen leichtfertigen und törichten Schritt“.

Carrs Kritik richtete sich nicht nur gegen die Richtigkeit der Einstufungen, sondern auch gegen die Entscheidung, personenbezogene Immobiliendaten zu veröffentlichen, bevor die Stadt ihre Überprüfung abgeschlossen hatte. Die Fälle beider Ratsmitglieder verstärkten die Sorge, dass das ursprüngliche Verzeichnis deutlich umfangreicher sein könnte als die endgültige Gruppe der Immobilien, die tatsächlich dem Steuerzuschlag unterliegen wird.

Schätzungen zu den Einnahmen bleiben unsicher

Auf Grundlage angenommener Steuersätze und Wertklassen schätzte eine finanzpolitische Analyse aus dem Büro des Comptrollers Mark Levine, dass der Zuschlag jährliche Bruttoeinnahmen von nahezu 500 Millionen US-Dollar erzielen könnte.

Diese Zahl stellt jedoch eine modellbasierte Schätzung und keine garantierte Einnahme dar. Der Analyse zufolge hängen die tatsächlichen Einnahmen davon ab, wie viele Immobilien letztlich die Voraussetzungen erfüllen, wie Ausnahmeregelungen angewendet werden und wie Eigentümer auf die neue Abgabe reagieren.

Unter Berücksichtigung vermieteter Immobilien und möglicher Verhaltensänderungen der Eigentümer schätzte das Büro des Comptrollers die bereinigten jährlichen Einnahmen auf etwa 340 bis 380 Millionen US-Dollar.

Die Differenz zwischen den Brutto- und den bereinigten Schätzungen verdeutlicht die Unsicherheit hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen der Regelung. Einsprüche, korrigierte Einstufungen sowie Veränderungen bei Eigentumsverhältnissen oder Wohnsitzen könnten die endgültig erhobene Summe beeinflussen.

Bevor endgültige Steuerbescheide erlassen werden können, müssen die Stadtbehörden die Immobilien identifizieren, die die Voraussetzungen erfüllen, die betroffenen Eigentümer benachrichtigen und Einsprüche von Personen prüfen, die der Ansicht sind, irrtümlich in das Verzeichnis aufgenommen worden zu sein. Dieser Prozess wird sowohl die tatsächliche Größe der Steuerbasis als auch die voraussichtlichen Einnahmen aus dem Steuerzuschlag bestimmen.

Quelle: New York Post