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Ekelhafter Verwesungsgeruch: Schlüssel zur Bekämpfung einer tödlichen Fliege

Ekelhafter Verwesungsgeruch: Schlüssel zur Bekämpfung einer tödlichen Fliege
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Die Natur hat eine seltsame Art, den Albtraum einer Kreatur in das Paradies einer anderen zu verwandeln.

Was Menschen entsetzt die Flucht ergreifen lässt, wirkt auf Insekten wie ein unwiderstehlicher Lockruf zum Festmahl. Nun haben Wissenschaftler einen Plan: Sie verwandeln diesen natürlichen Ekel in eine neue Waffe gegen eine wachsende Bedrohung, berichtet Popular Science.

Eine tödliche Rückkehr

Ein gefährlicher Parasit kehrt nach Jahrzehnten des Versteckens auf amerikanische Farmen zurück. Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege, eine Fliege, deren Maden sich von lebendem Tierfleisch ernähren, wurde in den Vereinigten Staaten bereits 1966 ausgerottet. Jüngste Ausbrüche in Mexiko und Texas haben die Landwirte jedoch in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Bis Juni bestätigten die Behörden die ersten heimischen Fälle seit über fünfzig Jahren. Die Fliegen befallen offene Wunden. Sie greifen Nutztiere, Arbeitstiere und sogar Haustiere an. Ohne schnelle Behandlung erweist sich der Befall meist als tödlich.

Kürzungen der Bundesmittel für Eindämmungsprogramme haben die Verfolgung des Schädlings erheblich erschwert. Um die Ausbreitung zu stoppen, benötigen Forscher dringend eine bessere Methode, um Fliegenpopulationen zu lokalisieren, bevor diese lokale Herden vernichten.

Den Schädling überlisten

Laut „Popular Science“ leitet die Ökologin Jessica Metcalf von der University of Colorado die Bemühungen. Sie erforscht, wie Insekten auf Verwesungsgerüche reagieren. Wie Metcalf erklärte, meiden Menschen diese Gerüche von Natur aus, doch Insekten sehen sie als Einladung.

„Wir nutzen diese bakteriellen Hinweise, um uns von bestimmten Dingen fernzuhalten, zum Beispiel um kein verdorbenes Fleisch zu essen“, sagte Metcalf. „Die Insekten nutzen sie aus einem anderen Grund. Sie denken: ‚Ja, her damit, das riecht nach einem großartigen Ort, um Eier zu legen.‘“

Bestehende Fallen nutzen den allgemeinen Geruch von verwesendem Fleisch, um Fliegen zu fangen. Diese Lockstoffe ziehen jedoch versehentlich harmlose einheimische Insekten an. Das erschwert die Datenerfassung für Inspektoren.

Lehren von Tatorten

Um dies zu lösen, entwickelt Metcalfs Team chemische Köder, die spezifische Gerüche nachahmen, die von lebendem Wirtsgewebe freigesetzt werden. Schraubenwurmfliegen tragen auch Bakterien in sich. Diese Mikroben signalisieren anderen Fliegen, sich dem Fressrausch anzuschließen.

Durch die Isolierung dieser Signale können Forscher Fallen bauen, die nur die gefährlichen Schädlinge überlisten. „Es stellt sich heraus, dass wir auch die Zersetzungsökologie, die stark auf Schmeißfliegen und ihre bakteriellen Partner angewiesen ist, nutzen können, um die Überwachung und Kontrolle der Neuwelt-Schraubenwurmfliege zu verbessern“, sagte Metcalf.

Die Strategie basiert auf derselben Wissenschaft, die forensische Ermittler zur Bestimmung der Todeszeit verwenden. „Da wir in den letzten 15 Jahren an der Beziehung zwischen Insekten, Bakterien und der Zersetzung von Tieren gearbeitet hatten … waren wir gut aufgestellt, um dieses Problem anzugehen“, fügte Metcalf hinzu.

Quellen: Popular Science