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Russlands Rekrutierungsdruck: Beamte bestraft, Waisen ins Visier genommen

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X7@Archer83Able

Beamte in russischen Städten haben extreme Maßnahmen ergriffen, um ihre Rekrutierungsquoten für den Krieg zu erfüllen.

Gerichte in mindestens 51 russischen Regionen haben lokale Verwaltungen bestraft, weil sie die obligatorischen Rekrutierungsquoten für den Krieg in der Ukraine nicht erfüllt haben. Dies geht aus einem Bericht des Nachrichtenportals Vot-tak hervor.

Das Problem rührt von einem Präsidialerlass vom Oktober 2022 her, der den regionalen Hauptquartieren die Befugnis gab, den Gemeindeführern strenge Rekrutierungsquoten vorzugeben.

Russische Beamte verfehlen die Ziele

Wenn lokale Verantwortliche diese Zahlen nicht liefern, schreiten Richter schnell ein. Den Beamten drohen nun persönliche Geldstrafen von bis zu 30.000 Rubel, wenn sie die Vorgaben nicht erreichen.

In einer Region zeigen Gerichtsunterlagen, dass ein stellvertretender Gemeindeleiter mit 30.000 Rubel bestraft wurde, nachdem er statt der vorgeschriebenen sechs nur vier Rekruten gestellt hatte, berichtete Vot-tak.

Bürokraten argumentieren vor Gericht häufig, dass die Einberufung freiwillig sein sollte, doch die Richter bestrafen sie trotzdem. Diese rechtliche Spannung hat die lokalen Teams zu Höchstleistungen angetrieben.

Verzweifelte Maßnahmen

In der Stadt Bratsk hielten Beamte 71 Sondersitzungen ab und besuchten mehr als 14.000 Adressen in einem verzweifelten Versuch, ihre Quote zu erreichen.

Sie erstellten sogar eine Liste männlicher Waisen, um diese in den Krieg zu schicken. Der Versuch scheiterte. Trotz dieser extremen Schritte erreichte die Stadt ihre erforderliche Quote immer noch nicht – Bratsk lag immer noch über 200 Rekruten unter dem Ziel.

Ärmere Städte können einfach nicht mithalten, wenn potenzielle Rekruten in wohlhabendere Nachbarregionen reisen, um massive Geldprämien zu erhalten.

Druck auf lokale Chefs

Die russische Regierung will den Druck nun noch weiter erhöhen. Ein im August vorgelegter Gesetzesentwurf würde die Geldstrafen erhöhen und dreijährige Suspendierungen für nicht-konforme Beamte ermöglichen, berichtete Vot-tak.

Die Zahl der Vertragsrekrutierungen im ganzen Land sank in diesem Jahr um 10 Prozent, trotz rekordhoher finanzieller Anreize.

Da die Verluste auf dem Schlachtfeld weiterhin die Zahl der neuen Rekruten übersteigen, bereiten die militärischen Einberufungsämter bereits den Boden für umfassendere Mobilisierungsmaßnahmen.