Sommerwetter ruft normalerweise Bilder von grünen Parks, überfüllten Stränden und geselligen Treffen im Freien hervor.
Doch wenn intensive Hitze wochenlang ohne einen Tropfen Regen anhält, verwandeln sich üppige Landschaften in braune Steppen und der Boden beginnt zu reißen. In ganz Westeuropa zwingt eine ungewöhnlich trockene Jahreszeit die Gemeinden zur Anpassung, wie The Guardian berichtet.
Versengte Erde
Der Juli 2026 ging als der trockenste Monat in Südengland in die Geschichte ein, seit die Aufzeichnungen vor fast zwei Jahrhunderten begannen. Laut The Guardian zeigten offizielle Zahlen des Met Office, dass sowohl England als auch Wales vorläufig ihren trockensten Juli seit 1836 verzeichneten.
England erhielt im Juli magere 6,5 mm Regen, was lediglich 10 Prozent seines langfristigen Monatsdurchschnitts entspricht. Diese Zahl brach den bisherigen Rekord von 13,4 mm aus dem Jahr 1911 deutlich. Wales erging es kaum besser und verzeichnete nur 9,3 mm Niederschlag.
Die Wissenschaftsmanagerin des Met Office, Dr. Amy Doherty, betonte, wie selten diese Bedingungen waren. „Die Kombination aus rekordverdächtiger Trockenheit, außergewöhnlicher Wärme und beispiellosem Sonnenschein hat einen der bemerkenswertesten Sommermonate in unseren historischen Aufzeichnungen hervorgebracht“, sagte Doherty.
Der Juli war zudem der sechste Monat in Folge in diesem Jahr mit überdurchschnittlichen Durchschnittstemperaturen. Für Wales war es der gemeinsam wärmste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen, während England seinen zweitwärmsten verzeichnete.
Wassermangel
Die Dürre fordert einen hohen Tribut. Der offizielle Dürrestatus umfasst nun die Hälfte Englands und ganz Wales, während etwa 40 Prozent der Bevölkerung in England unter aktiven Schlauchbewässerungsverboten leben.
Vertreter der Landwirtschaft warnen vor größeren wirtschaftlichen Problemen. Die National Farmers‘ Union warnte, dass die schwere Dürre zu Engpässen bei bestimmten Lebensmitteln in Großbritannien führen könnte, da ausgetrocknete Böden die landwirtschaftliche Produktion beeinträchtigen.
Ähnlicher Umweltstress breitet sich in Kontinentaleuropa aus. Massive Waldbrände haben große ländliche Gebiete in Griechenland und Frankreich verwüstet, während der Fluss Donau in Rumänien auf weniger als ein Drittel seines üblichen Juli-Durchflusses sank.
Beamte der Umweltbehörde erklärten, dass die derzeitigen Wasserreserven „für die kommenden Monate bis zur nächsten Periode anhaltender Regenfälle ausreichen sollten“. Dennoch erwarten Meteorologen in Südostengland in absehbarer Zeit kaum Entlastung.
Quellen: The Guardian, Met Office, Environment Agency