Persönliche Erfahrungen können Einblicke in allgemeine Gesundheitstrends geben, die Menschen unterschiedlichen Alters betreffen. Medizinische Experten betonen, dass langfristige Ergebnisse häufig von einer Kombination aus Behandlung, Änderungen des Lebensstils und kontinuierlicher medizinischer Betreuung abhängen.
Typ-2-Diabetes wird zunehmend auch bei jüngeren Erwachsenen diagnostiziert. Dadurch rücken die Bedeutung von Körpergewicht, Ernährung und langfristiger Unterstützung bei der Behandlung der Erkrankung verstärkt in den Fokus. Bei einigen Patienten können umfassende Änderungen des Lebensstils zu einer Remission führen, auch wenn die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen und eine fortlaufende medizinische Überwachung weiterhin wichtig bleibt.
Isla Henderson (27) berichtete dem Daily Express, dass Ärzte ihr mitgeteilt hätten, ihr Typ-2-Diabetes befinde sich in Remission, nachdem sie rund 15,9 Kilogramm abgenommen und ihre Ernährung umgestellt habe.
Die 27-Jährige aus Rugby in der Grafschaft Warwickshire nahm im September 2025 an einem Ernährungs- und Bewegungsprogramm teil. Ursprünglich wollte sie sich vor ihrer Hochzeit mit ihrer Verlobten Shannon selbstbewusster fühlen. Sie ersetzte häufige Fertiggerichte und Take-away-Mahlzeiten durch Protein-Smoothies, Gemüse und eiweißreiche Lebensmittel.
Diagnose führte zu Isolation
Henderson suchte 2020 ärztliche Hilfe, nachdem sie unter extremem Durst, Kopfschmerzen und einem übermäßigen Schlafbedürfnis gelitten hatte. Ihren Angaben zufolge deuteten Untersuchungen darauf hin, dass sie möglicherweise bereits seit ihrem 17. Lebensjahr an Typ-2-Diabetes litt.
„Als ich erfuhr, dass ich Typ-2-Diabetes habe, schämte ich mich so sehr, dass ich niemandem davon erzählte“, sagte sie der Zeitung.
Sie erklärte, die Diagnose habe dazu geführt, dass sie sich isoliert fühlte, da sie kaum Unterstützungsangebote für jüngere Patienten gefunden habe. Bereits innerhalb von zwei Wochen nach Beginn des Programms habe sie nach eigenen Angaben ihre Medikamentendosis reduzieren können. Bei einer späteren Jahresuntersuchung sei ihr mitgeteilt worden, dass sich ihre Erkrankung in Remission befinde.
Diabetes UK definiert eine Remission als einen HbA1c-Wert von unter 6,5 Prozent beziehungsweise 48 mmol/mol über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten ohne blutzuckersenkende Medikamente. Der HbA1c-Wert spiegelt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der vergangenen zwei bis drei Monate wider. Eine Remission ist keine Heilung, da der Blutzuckerspiegel erneut ansteigen kann und regelmäßige Gesundheitskontrollen weiterhin erforderlich sind.
Gewichtsverlust kann manchen Menschen helfen, eine Remission zu erreichen, die Ergebnisse fallen jedoch unterschiedlich aus. Hendersons Ernährungsweise sollte nicht als allgemeine medizinische Empfehlung verstanden werden, und Medikamente sollten nicht ohne fachliche ärztliche Beratung geändert werden.
Erkrankungen nehmen bei Jüngeren zu
Hendersons vergleichsweise frühe Diagnose spiegelt eine breitere Entwicklung wider, auf die das Imperial College London hingewiesen hat.
Eine vom Imperial College London veröffentlichte Bevölkerungsstudie ergab, dass die Diagnoseraten für Typ-2-Diabetes bei jüngeren Erwachsenen in England, insbesondere bei Frauen, stark anstiegen, während sie in älteren Altersgruppen zurückgingen. Die Forscher stellten außerdem fest, dass der Body-Mass-Index (BMI) zum Zeitpunkt der Diagnose in den jüngeren Altersgruppen am stärksten gestiegen war.
Ein früher Krankheitsbeginn bedeutet, dass Betroffene länger mit der Erkrankung leben, wodurch das Risiko für die Entwicklung von Komplikationen steigt. Forscher des Imperial College London bringen einen früh einsetzenden Typ-2-Diabetes mit einem schnelleren Krankheitsverlauf und einem höheren Risiko für langfristige gesundheitliche Komplikationen in Verbindung.
Henderson absolviert inzwischen eine Ausbildung zur Wellness-Coachin und hat eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Diabetes gegründet. Sie hofft, dass ihre öffentliche Äußerung jüngeren Patienten Mut macht, ohne Scham Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen: Daily Express; Imperial College London; Diabetes UK